Energie

Straße von Hormus: Irak verhandelt mit Iran über Passage von Öltankern

Der Irak sucht Möglichkeiten, seine Ölexporte zu sichern. Dafür verhandelt das Land mit dem Iran – und arbeitet an der Wiederinbetriebnahme einer Pipeline in die Türkei.

Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus auf.
Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus auf.Altaf Qadri/AP/dpa

Der Irak führt nach eigenen Angaben Gespräche mit dem Iran, um die Passage irakischer Öltanker durch die Straße von Hormus zu ermöglichen. „Es gibt laufende Gespräche mit dem Iran über die Genehmigung der Durchfahrt einiger irakischer Öltanker“, sagte der irakische Ölminister Hayyan Abdul Ghani der staatlichen Nachrichtenagentur INA.

Aufgrund des Iran-Kriegs ist der Verkehr durch die Straße von Hormus, eine der weltweit wichtigsten Handelsrouten für Öl, weitgehend zum Erliegen gekommen. Allerdings passierten in den vergangenen Tagen Berichten zufolge etwa zwei indische und ein pakistanischer Tanker die Meerenge.

Iran-Krieg: Irak drosselte Ölproduktion deutlich

Der Irak gehörte zu den ersten Ölproduzenten im Persischen Golf, die ihre Förderung drastisch drosseln mussten. Die Produktion fiel laut Bloomberg von 4,4 Millionen Barrel pro Tag auf rund 1,2 Millionen Barrel. Grund dafür waren sich rasch füllende Lagertanks. Einzelne Schiffe wurden dem Bericht zufolge vor der irakischen Küste während Umladevorgängen direkt angegriffen.

Der Irak arbeitet parallel zu Gesprächen mit dem Iran daran, eine Pipeline zwischen Kirkuk im Nordirak und dem türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan für Ölexporte wieder in Betrieb zu nehmen. Die Inspektion eines 100 Kilometer langen Abschnitts der Leitung soll innerhalb einer Woche abgeschlossen sein, erklärte Ölminister Abdul Ghani am Montag. Das Öl soll dabei die autonome kurdische Region nicht durchqueren.

Öltransport: Streit im Irak über Nutzung von Pipelines

Exporte über die rund 960 Kilometer lange Pipeline wurden laut Reuters 2014 nach wiederholten Angriffen durch den sogenannten Islamischen Staat (IS) eingestellt. Nach Angaben des irakischen Ölministeriums könnten über die Route zunächst rund 250.000 Barrel pro Tag exportiert werden. Wird Rohöl aus den Feldern der kurdischen Region einbezogen, wäre eine Steigerung auf etwa 450.000 Barrel pro Tag möglich.

Die Nutzung der kurdischen Pipeline als Übergangsroute gestaltet sich jedoch schwierig. Bagdad wirft der Kurdischen Regionalregierung vor, willkürliche Bedingungen für die Nutzung der Leitung zu stellen, und drohte laut Reuters mit rechtlichen Schritten, sollten die Exporte blockiert werden. Die kurdischen Behörden wiesen die Vorwürfe zurück und erklärten, sie würden die Ausfuhren nicht behindern. Vielmehr habe Bagdad versäumt, die Sicherheits- und Wirtschaftsprobleme des Ölsektors in der Region anzugehen.