Hormus-Blockade

Ölexporte: Irak will Pipeline in die Türkei wieder aktivieren

Der Irak will seine Ölexporte wieder aufnehmen – und dafür eine Pipeline in die Türkei nutzen. Derzeit werden Tests durchgeführt, erklärte der irakische Ölminister.

Eine Luftaufnahme des Ölfelds „West Qurna“ bei Basra im Irak
Eine Luftaufnahme des Ölfelds „West Qurna“ bei Basra im IrakNabil Al-Jurani/dpa

Der irakische Ölminister Hayan Abdul-Ghani hat angekündigt, dass eine seit über einem Jahrzehnt weitgehend stillgelegte Pipeline von der nordirakischen Stadt Kirkuk zum türkischen Hafen Ceyhan wieder aktiviert werden soll. Damit will der Irak seine Ölexporte wieder aufnehmen, die infolge der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus zum Erliegen gekommen sind.

Die Pipeline von Kirkuk nach Ceyhan verfügt AP zufolge über eine Kapazität von 200.000 bis 250.000 Barrel pro Tag. Derzeit werde laut dem Minister ein 100 Kilometer langer Abschnitt der Leitung einer sogenannten hydrostatischen Prüfung unterzogen – einem Drucktest, bei dem die Dichtheit und Belastbarkeit der Rohre mit Wasser überprüft wird. Die Inspektion soll „innerhalb einer Woche“ abgeschlossen sein, sagte Abdul-Ghani laut Reuters am Montag in einer Videobotschaft.

Pipeline weitgehend außer Betrieb

Der Irak hatte nach eigenen Angaben zuvor rund 3,4 Millionen Barrel Öl pro Tag über seinen südlichen Hafen Basra exportiert, wie AP berichtet. Doch „angesichts der Militäroperationen und der Schließung der Straße von Hormus“ seien die irakischen Ölexporte zwei bis drei Tage nach Beginn des Krieges in der Region vollständig gestoppt worden.

Die Kirkuk-Ceyhan-Pipeline mit einer Gesamtlänge von 960 Kilometern hatte Reuters zufolge einst etwa 0,5 Prozent des weltweiten Ölangebots transportiert. Seit 2014 war sie nach wiederholten Angriffen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) jedoch weitgehend außer Betrieb.

Streit mit kurdischer Regionalregierung um alternative Route

Die nun geplante Route umgeht bewusst das halbautonome kurdische Gebiet im Nordirak. Das irakische Ölministerium hatte zunächst die Kurdische Regionalregierung (KRG) gebeten, eine alternative Pipeline durch kurdisches Gebiet für den Transport von Rohöl in die Türkei nutzen zu dürfen. Bagdad erklärte jedoch anschließend, die KRG habe willkürliche Bedingungen für die Nutzung der Leitung gestellt.

Die kurdischen Behörden wiesen diesen Vorwurf am Sonntag zurück. Sie erklärten laut Reuters, die irakische Regierung habe es versäumt, die Sicherheits- und Wirtschaftsprobleme des Ölsektors in der kurdischen Region anzugehen.