Fährverkehr Ostsee

Hiddensee: Ostseeinsel seit Tagen vom Eis eingeschlossen – Eisbrecher versorgt Bewohner

Die Ostseeinsel Hiddensee ist seit Anfang der Woche weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Jetzt hilft nur noch der Eisbrecher.

Der Eisbrecher „Swanti“ fährt auf dem Bodden zwischen der Insel Hiddensee und der Insel Rügen.
Der Eisbrecher „Swanti“ fährt auf dem Bodden zwischen der Insel Hiddensee und der Insel Rügen.Stefan Sauer/dpa

Die Ostseeinsel Hiddensee ist seit Anfang der Woche weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Nachdem die reguläre Fähre „Vitte“ durch einen Eisschaden ausgefallen war, blieb nur der Eisbrecher „Swanti“ als Verbindung zum Festland – der jedoch ursprünglich keine Passagiere befördern durfte. Ein Gutachten des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) bringt nun Erleichterung: Bis zu 20 Personen dürfen mit dem Eisbrecher übersetzen, wie Staatssekretär Heiko Miraß (SPD) dem NDR mitteilte.

Die Fähre „Vitte“ war am Sonntag leckgeschlagen und wird nach Angaben von Bürgermeister Thomas Gens voraussichtlich noch bis zu zehn Tage ausfallen. Das WSA hatte zunächst erklärt, die „Swanti“ sei ausschließlich für die Grund- und Notversorgung der rund 1000 Inselbewohner im Einsatz. Als Notfälle galten dabei auch unaufschiebbare Arzttermine. Am Donnerstag begutachtete ein Experte des WSA das Schiff, um die Möglichkeit einer erweiterten Personenbeförderung zu prüfen. Derzeit fährt der Eisbrecher die Insel dreimal täglich an.

Touristen müssen draußen bleiben

Das Verkehrsministerium in Schwerin betonte, die Sicherheit habe oberste Priorität und die Versorgung der Insel sei gewährleistet. Alle Beteiligten arbeiteten daran, den regulären Fährverkehr schnellstmöglich wieder aufzunehmen. Dass Hiddensee für Touristen derzeit nicht erreichbar ist, bezeichnete Staatssekretär Miraß als „misslich“.

Die Polizeipräsenz auf der Insel wurde angesichts der Ausnahmesituation durch einen zweiten Beamten verstärkt. Die aktuelle Lage erinnert an den Winter 2010, als Hiddensee zeitweise aus der Luft versorgt werden musste. Damals hatte die „Vitte“ ebenfalls einen Schaden erlitten und konnte wegen der zugefrorenen Gewässer nicht fahren.