Die venezolanische Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado rechnet damit, vor Ende 2026 in ihre Heimat zurückzukehren. Das sagte die 58-Jährige in einem Reuters-Interview am späten Sonntag in Madrid. Sie drängte die USA, das Tempo bei der Vorbereitung von Wahlen zu erhöhen.
Gegenüber Reuters bezeichnete Machado freie und faire Wahlen als zentrale Forderung der venezolanischen Bevölkerung. Je länger sich Wahlen verzögerten, desto größer sei das Risiko ziviler Unruhen. Das Wählerverzeichnis müsse aktualisiert und ein neuer Wahlrat bestimmt werden – machbar in „acht oder neun Monaten“.
Laut Bloomberg erklärte Machado bei einer Pressekonferenz in Madrid am Samstag, sie „koordiniere“ ihre Rückkehr mit den USA, ohne ein Datum zu nennen. Die Gespräche mit der Trump-Regierung seien „detailliert und offen“ und blieben vereinbarungsgemäß vertraulich.
Trump hatte Rodríguez die Führung übergeben
Hintergrund ist laut Reuters die Gefangennahme von Präsident Nicolás Maduro durch US-Streitkräfte am 3. Januar. US-Präsident Donald Trump übertrug die Übergangsführung Maduros früherer Stellvertreterin Delcy Rodríguez – nicht Machado, da ihr nach Trumps Einschätzung der nötige Rückhalt fehle. Machado wies dies gegenüber Reuters zurück: Trump habe lediglich gelobt, dass Rodríguez seinen Anweisungen folge.
Rodríguez habe laut Bloomberg neue Energiegesetze verabschiedet und politische Gefangene freigelassen. Machado bezeichnete deren Regierung dennoch als Ausdruck von „Chaos, Gewalt und Terror“; Reformschritte erfolgten nur unter US-Druck.
Machado sprach in Madrid zu Exil-Venezolanern
Vor tausenden Exil-Venezolanern auf einem Madrider Platz erklärte Machado laut Bloomberg: „Heute beginnt unsere Rückkehr nach Hause.“ Seit 2014 hat rund ein Viertel der Bevölkerung Venezuela verlassen, wie Reuters berichtet.
Kritisch äußerte sich Machado gegenüber Reuters zur spanischen Regierung: Ein Treffen mit Ministerpräsident Pedro Sánchez lehnte sie ab, da Madrid das Maduro-Regime nicht ausreichend herausgefordert habe. Stattdessen traf sie laut Bloomberg die Madrider Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso sowie zuvor Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, den niederländischen Premier Rob Jetten und Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni.


