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Handyverbot an Schulen ja oder nein? So argumentieren die verschiedenen Parteien

Handys müssen während des Unterrichts in der Tasche oder im Spind bleiben – das haben SPD und BSW vereinbart. Die AfD fordert für Grundschulen ein Handyverbot. Bildungsminister Freiberg äußert sich.

Derzeit entbrennt wieder die Debatte um die Smartphone-Nutzung an Schulen.
Derzeit entbrennt wieder die Debatte um die Smartphone-Nutzung an Schulen.Sebastian Kahnert/dpa

Brandenburgs Bildungsminister Steffen Freiberg (SPD) hat sich gegen ein generelles Handyverbot an Schulen ausgesprochen. „Das Digitale verändert das Lernen wie nie zuvor und ist Teil des Lebensalltags von Kindern und Jugendlichen“, erklärte Freiberg der Deutschen Presse-Agentur. Es sei wichtig, junge Menschen im Umgang mit digitalen Medien zu schulen. „Weder ein vollständiges Verbot digitaler Medien noch eine reine Digitalisierung zulasten von klassischen Lernmitteln wie Schulbuch, Heft und Stift ist sinnvoll. Zum Wohle unserer Kinder brauchen wir eine Kombination aus digitalem und analogem Lernen“, betonte er.

Die AfD-Landtagsfraktion fordert hingegen ein umfassendes Handyverbot an Grundschulen und Kitas, mit Ausnahmen für Kinder, die aus medizinischen Gründen auf digitale Geräte angewiesen sind. Der Landtag befasst sich heute mit diesem Thema. SPD und BSW hatten im Koalitionsvertrag festgelegt, dass private digitale Geräte der Schülerinnen und Schüler während des Unterrichts in Taschen oder Schließfächern verstaut bleiben müssen.

In seiner ersten regulären Arbeitssitzung des Jahres debattiert der Landtag auch über weitere Themen wie die Lage der Landwirtschaft, die Situation von Krankenhäusern in der Uckermark sowie die Vereinbarkeit von Regierungsämtern mit einem Abgeordnetenmandat.

Berlin: Politiker fordern Handyverbot in offenem Brief

Auch in Berlin entbrannte jüngst eine Debatte zum Thema. Drei Familien- und Gesundheitsstadträte der SPD – Gordon Lemm (Marzahn-Hellersdorf), Carolina Böhm (Steglitz-Zehlendorf) und Oliver Schworck (Tempelhof-Schöneberg) – fordern in einem offenen Brief ein umfassendes Handyverbot an Berliner Schulen. Dabei argumentieren sie, dass die unkontrollierte Smartphone-Nutzung während der Schulzeit mehr Nachteile als Vorteile mit sich bringe, insbesondere in Bezug auf Cybermobbing und psychische Belastungen.

Die Bildungsverwaltung sieht nach Angaben der taz derzeit jedoch keinen Handlungsbedarf für ein generelles Verbot. Medienbildung wird als fächerübergreifendes Querschnittsthema an den Schulen betrachtet. Demnach wehrt sich auch dagegen der Landesschülerausschuss und äußert sich kritisch zu einem grundsätzlichen Verbot. Betont wird die Notwendigkeit, Schülerinnen und Schüler im Umgang mit digitalen Medien zu unterstützen.