Politik

Klimaschutz: Grüne fordern höhere Abgaben auf Business-Class-Flüge

Die Grünen fordern strengere Regeln für Flüge mit Privatjets und in der Business-Class. Ein entsprechender Antrag wurde verabschiedet.

Fliegen soll in der Business-Class und mit Privatjets teurer werden – das fordern die Grünen.
Fliegen soll in der Business-Class und mit Privatjets teurer werden – das fordern die Grünen.Christoph Schmidt/dpa

Die Grünen wollen das Fliegen teurer machen - zumindest für Flüge in der Business-Class und mit Privatjets. In einem auf dem Bundesparteitag in Hannover beschlossenen Antrag heißt es, dass „Superreiche mit Privatjets das Klima schädigen und mit ihrem Luxus in besonderem Maße die Zerstörung unserer Erde verantworten“. Die Partei verweist dabei auf Berechnungen, wonach die 50 reichsten Milliardäre innerhalb von 90 Minuten durch Privatjet- und Jachtflüge so viel CO₂ ausstoßen wie ein durchschnittlicher Mensch im gesamten Leben.

Als Konsequenz daraus fordern die Grünen den Beitritt Deutschlands zu einer internationalen Initiative für eine Zusatzabgabe auf Luxus-Flugreisen. Die sogenannte „Premium Flyers Solidarity Coalition“ setzt sich für solche Abgaben ein – dazu gehören unter anderem Frankreich, Spanien, Kenia und Barbados.

Bundesregierung senkt Ticketsteuer im Luftverkehr ab 2026

Nach französischem Vorbild würde dies für Passagiere von Privatjets eine Abgabe von 420 Euro pro innereuropäischem Flug und bis zu 2100 Euro auf internationalen Strecken bedeuten, heißt es im Grünen-Antrag. Darüber hinaus wollen die Grünen Steuerschlupflöcher bei der Kerosinsteuer schließen und Privatjets verpflichten, eine besonders hohe Quote klimafreundlicher Kraftstoffe zu verwenden.

Aktuell sorgt die Entscheidung der schwarz-roten Bundesregierung, die Ticketsteuer im Luftverkehr ab Juli 2026 zu senken, für Kritik von Klimaschützern. Nach Angaben der „Premium Flyers Solidarity Coalition“ ist ein Prozent der Weltbevölkerung für über die Hälfte der Treibhausgasemissionen der kommerziellen Luftfahrt verantwortlich. Gleichzeitig nehmen Luxus-Flugreisen weiter zu: Zwischen 2019 und 2023 stiegen die Emissionen der privaten Luftfahrt um 46 Prozent.

Mit ihren Forderungen positionieren sich die Grünen gegen die aktuelle Linie der Bundesregierung.