Wohnungsmarkt

Großstadt-Mieten binnen zehn Jahren um 43 Prozent gestiegen: Berlin und Leipzig besonders betroffen

Die Mieten in deutschen Großstädten sind trotz der Mietpreisbremse deutlich angestiegen. Die Linke fordert weitere Maßnahmen.

In Berlin sind die Mieten in den vergangenen Jahren bundesweit am stärksten angestiegen.
In Berlin sind die Mieten in den vergangenen Jahren bundesweit am stärksten angestiegen.Federico Gambarini/dpa

Die Mieten in den deutschen Großstädten sind in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Wer in einer deutschen Großstadt eine Wohnung sucht, muss heute im Durchschnitt 44 Prozent mehr Kaltmiete zahlen als noch vor zehn Jahren. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linke-Abgeordneten Caren Lay hervor.

Das Bauministerium stützt sich dabei auf Angebotsmieten ohne Nebenkosten, die in Internetportalen inseriert wurden. Den stärksten Anstieg verzeichnet Berlin.

Leipzig verzeichnet zweithöchsten Anstieg bei Mieten

Dort kletterte die geforderte Kaltmiete pro Quadratmeter von 9,02 Euro im Jahr 2016 auf 15,25 Euro im vergangenen Jahr – ein Zuwachs von 69 Prozent. Auf Platz zwei folgt Leipzig mit einem Plus von 67 Prozent. Bremen und Duisburg liegen mit jeweils 46 Prozent Steigerung dahinter, gefolgt von Essen und Düsseldorf mit 43 Prozent sowie Hamburg mit 42 Prozent.

Auch kurzfristig zeigt der Trend steil nach oben: Laut einer Auswertung des Portals Immowelt, die die Bild-Zeitung zitiert, sind die Mieten bei neu angebotenen Wohnungen seit 2022 im Schnitt um 13,7 Prozent gestiegen. In einigen Städten betrug der Anstieg in nur vier Jahren mehr als 20 Prozent – auch in Städten, die bislang als vergleichsweise günstig galten.

Beim absoluten Preisniveau liegt München mit 21,29 Euro pro Quadratmeter bei Neuvermietungen an der Spitze – obwohl die prozentuale Steigerung dort mit 37 Prozent unter dem Durchschnitt liegt. Der Grund: Bereits 2016 war das Mietniveau in der bayerischen Landeshauptstadt sehr hoch. Frankfurt am Main kommt nach einem Zehn-Jahres-Plus von 39 Prozent auf durchschnittlich 16,58 Euro, Stuttgart bei 37 Prozent Zuwachs auf 16,06 Euro je Quadratmeter.

Linke spricht von „Mietpreisexplosion“

Das Bauministerium schränkt ein, dass die im Internet inserierten Angebotsmieten nicht das gesamte Bild abbilden. Vermietungen über andere Kanäle – etwa über Wartelisten von Wohnungsbauunternehmen oder direkte Vermittlung – könnten günstiger ausfallen.

Linke-Abgeordnete Lay spricht angesichts der Zahlen von einer „Mietpreisexplosion“ und politischem Versagen. „Die Mietpreisbremse kann im Einzelfall wirken, taugt aber nicht, um den rasanten Anstieg von Angebotsmieten auszubremsen“, sagte Lay. Sie kritisiert, dass zahlreiche Ausnahmen das Instrument schwächen – etwa Möblierungszuschläge oder Kurzzeitvermietungen.

Die Mietpreisbremse gilt seit dem 1. Juni 2015 in sogenannten angespannten Wohnungsmärkten. Sie schreibt vor, dass die Miete bei Neuvermietungen höchstens zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen darf. Die Linke fordert stattdessen einen bundesweiten Mietendeckel, der Mieten strikter begrenzen würde. Zudem setzt sich die Partei für ein härteres Vorgehen gegen Mietwucher ein – also gegen Mieten, die 20 oder sogar 50 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. (mit dpa)