Sicherheit

Gewerkschaft der Polizei sieht zunehmende Überlastung der Beamten: Haben wir ein Sicherheitsproblem?

Die dauerhafte psychische Belastung führe bei Polizeibeamten nach Ansicht des Berufverbandes immer häufiger zu Langzeiterkrankungen. Die Sicherheit in Deutschland sei in Gefahr.

Die Polizeigewerkschaft sieht eine Überlastung der Polizeibeamten in Deutschland.
Die Polizeigewerkschaft sieht eine Überlastung der Polizeibeamten in Deutschland.Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) schlägt Alarm: Die zunehmende Überlastung von Polizeibeamten gefährdet nach Einschätzung des Berufsverbands die Sicherheit in Deutschland. GdP-Bundesvorstand Husgen erklärte dem Münchner Merkur, dass die Polizei von immer neuen politischen Vorgaben durch die Bundesregierung und den Innenminister getrieben werde.

Als konkretes Beispiel für die wachsende Arbeitsbelastung nannte Husgen die verstärkten Grenzkontrollen. Um die aktuellen Aufgaben zufriedenstellend bewältigen zu können, seien mindestens 20.000 zusätzliche Einsatzkräfte erforderlich, so der Gewerkschafter.

Die dauerhafte psychische Belastung führe bei Polizeibeamten nach Erkenntnissen der GdP immer häufiger zu Langzeiterkrankungen mit Ausfällen von mehr als zwölf Wochen. „Wir nähern uns dem Punkt, an dem die noch gesunden Beschäftigten das Fehlen der Erkrankten nicht mehr auffangen können", so Husgen.

Laut Umfrage hohe Belastung im Polizeiberuf

Eine repräsentative Befragung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) unter mehr als 36.000 Arbeitnehmern, darunter knapp 300 Polizeibeamte, soll die besondere psychische Belastung im Polizeidienst belegen. Demnach seien Polizisten deutlich häufiger Konflikten ausgesetzt als Beschäftigte anderer Berufsgruppen: 50 Prozent der befragten Beamten gaben dies an, während der Durchschnitt in anderen Berufen bei lediglich 14 Prozent liegt.

Auch bei Beleidigungen und respektlosem Verhalten zeigt sich ein klares Gefälle: 18 Prozent der Polizeibeamten werden überdurchschnittlich oft Opfer solcher Übergriffe, verglichen mit 10 Prozent bei anderen Berufsgruppen.

Besonders auffällig ist der emotionale Druck: 55 Prozent der befragten Polizisten gaben an, häufig bei der Arbeit ihre Gefühle unterdrücken zu müssen. Bei anderen Berufsgruppen liegt dieser Wert im Durchschnitt bei nur 26 Prozent.