Flughäfen sind dicht, Kreuzfahrtschiffe bleiben im Hafen – die Iran-Krise erreicht auch den Tourismus und Verkehr. Wegen der militärischen Eskalation zwischen dem Iran und seinen Gegnern kommt es weltweit zu massiven Störungen im Flugverkehr. Tausende Reisende sitzen an Flughäfen im Nahen Osten, in Europa und Asien fest, nachdem zentrale Luftkorridore gesperrt und zahlreiche Flüge kurzfristig gestrichen oder umgeleitet wurden. Besonders betroffen sind Transitpassagiere, die über Drehkreuze wie Dubai, Abu Dhabi oder Doha nach Asien oder zurück nach Europa reisen wollten.
Die Schließung weiter Teile des Luftraums über dem Iran und angrenzenden Staaten hat zu Verzögerungen und Ausfällen bei zehntausenden Verbindungen geführt. Airlines mussten Maschinen auf längere Ausweichrouten schicken oder Verbindungen komplett aus dem Programm nehmen, was, wie das Nachrichtenportal Euronews meldet, nach Angaben von Luftfahrtportalen zu einer noch nie dagewesenen Ballung gestrandeter Passagiere in der Region geführt hat.
Die Lage im Persischen Golf hat inzwischen auch den Kreuzfahrtsektor voll erfasst. Nach den Luftangriffen zwischen Israel, Iran und US-Stützpunkten liegen mehrere große Kreuzfahrtschiffe in unmittelbarer Nähe möglicher Angriffspunkte des Iran fest, darunter Häfen mit US-Militärpräsenz wie Abu Dhabi und Doha.
Erste Reisen wurden laut der Branchenplattform ankerherz.de abgesagt, An- und Abreisen sind massiv gestört, weil Golfstaaten ihren Luftraum zeitweise schließen mussten. Besonders betroffen sind Schiffe in Dubai, Abu Dhabi und Doha; an Bord befinden sich mehrere Tausend Urlauberinnen und Urlauber, viele von ihnen aus Deutschland.
Landausflüge abgebrochen, Außendecks gesperrt
Bei TUI Cruises liegen derzeit „Mein Schiff 4“ in Abu Dhabi und „Mein Schiff 5“ in Doha. Beide Schiffe befanden sich während der ersten Angriffswellen in den Häfen der Region. Passagiere berichten von Notfallwarnungen auf ihren Mobiltelefonen, Landausflüge wurden abgebrochen, Außendecks gesperrt, die Gäste angewiesen, sich im Inneren der Schiffe aufzuhalten und Fenster zu meiden. Schäden an den Schiffen sind bislang nicht bekannt geworden.
Für Sonntag waren reguläre Gästewechsel geplant, bei denen allein in Katar mehr als 2000 Passagiere von Bord gehen und neue – darunter viele Deutsche – anreisen sollten. Ob diese Abläufe angesichts der angespannten Sicherheitslage stattfinden können, gilt als offen, zumal mehrere Staaten der Region ihre Lufträume für zivile Flüge eingeschränkt haben.
Auch andere Reedereien reagieren. MSC Cruises hat eine für den 1. März geplante Abfahrt der „MSC Euribia“ ab Doha kurzfristig gestrichen und das Schiff vorerst im Hafen von Dubai belassen. Zur Begründung verweist das Unternehmen auf die „aktuelle geopolitische Lage“ sowie die Luftraumsperrungen, die es vielen Gästen unmöglich machen, überhaupt zu den Einschiffungshäfen zu gelangen.
Reisende, deren An- oder Abreise über Linienflüge geplant war, sitzen dadurch zum Teil an Flughäfen oder an Bord der Schiffe fest. TUI Cruises und andere Anbieter prüfen nach eigenen Angaben gemeinsam mit Airline-Partnern alternative Lösungen; Gäste mit individuell gebuchten Flügen sollen sich direkt an ihre Fluggesellschaften wenden.
Konsularschutz eingeschränkt
Für den Iran selbst besteht seit mehreren Wochen eine offizielle Reisewarnung mehrerer westlicher Staaten. Das deutsche Auswärtige Amt etwa ruft Bürgerinnen und Bürger dazu auf, das Land zu verlassen und von nicht zwingend notwendigen Reisen abzusehen. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass der reguläre Konsularschutz eingeschränkt ist und im Fall weiterer Eskalationen mit kurzfristigen weiteren Einschränkungen der Ausreisemöglichkeiten gerechnet werden muss.
Klassischer Urlaubstourismus im Iran war bereits vor der aktuellen Eskalation stark zurückgegangen. Dennoch befinden sich weiterhin einzelne ausländische Reisende im Land, die nun von ausfallenden Direkt- und Umsteigeverbindungen betroffen sind.


