Die Bundesregierung hat sich eindeutig gegen einen Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko (11. Juni bis 19. Juli) ausgesprochen. „Wir haben uns innerhalb der Bundesregierung verständigt, und wenn es um einen Boykott geht, sagen wir: Das unterstützen wir nicht“, erklärte Sportstaatsministerin Christiane Schenderlein (CDU) gegenüber der Süddeutschen Zeitung.
Ebenfalls spielten hier die negativen Erfahrungen bei der Fußball-WM in Katar eine Rolle. Die damalige Bundesinnenministerin Nancy Faeser hatte in Katar mit gut sichtbarer „One Love“-Binde auf der Tribüne gesessen, die deutsche Mannschaft hielt sich vor ihrem ersten Spiel auf dem Platz demonstrativ den Mund zu. „Das war keine gute Situation, die da entstanden ist“, meinte Schenderlein.
Politik von Trump befeuert Debatte
Die CDU-Politikerin begründete die Haltung damit, dass der Sport nicht für die Gestaltung außenpolitischer Beziehungen instrumentalisiert werden dürfe. Zudem würde ein Boykott nicht allein die USA treffen, da das Turnier auch in Kanada und Mexiko stattfinde.
Bereits zuvor hatte sich das DFB-Präsidium gegen ein Fernbleiben positioniert. Der Verband betonte die „verbindende Kraft des Sports". Die Boykott-Debatte war durch die aggressive Politik von US-Präsident Donald Trump entstanden. Insbesondere seine Annexionspläne von Grönland und die verschärften Maßnahmen der Einwanderungsbehörde ICE hatten für Kritik gesorgt.


