Der Dachverband Fifa und die mexikanische Regierung halten nach dem Tod des Kartellbosses „El Mencho” am Spielplan der Fußball-Weltmeisterschaft fest. Fifa-Präsident Gianni Infantino hat nach einem Telefonat mit Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum sein „volles Vertrauen“ in das Land als WM-Gastgeber bekräftigt, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet. Mexiko werde alle geplanten Spiele ausrichten.
Präsidentin sieht kein Risiko für das Prestigeprojekt
Hintergrund ist eine Gewaltwelle, die nach der Tötung von Nemesio Oseguera Cervantes alias „El Mencho“ durch das mexikanische Militär am vergangenen Sonntag einsetzte. Kartellmitglieder reagierten auf den Tod des Anführers des Jalisco-Kartells (CJNG) mit Vergeltungsaktionen in fast einem Dutzend Bundesstaaten, bei denen mindestens 70 Menschen starben.
Besonders brisant: Guadalajara, Hauptstadt des Bundesstaats Jalisco und Hochburg des Kartells, ist einer der drei mexikanischen WM-Austragungsorte mit vier geplanten Spielen.
Sheinbaum bestätigte am Donnerstagabend auf der Plattform X das Telefonat und schrieb, man arbeite „wie gewohnt“ an einer erfolgreichen WM. Bereits am 24. Februar hatte sie laut der spanischen Sportzeitung Marca erklärt, es bestehe „kein Risiko“ für Besucher. Kritiker halten die Sicherheitsstrategie ihrer Regierung jedoch für unzureichend, so Marca.
Teilnehmerländer sorgen sich um die Sicherheit
Auch bei den Verbänden wächst die Unruhe: Portugals beobachte die „heikle Lage“ vor einem Freundschaftsspiel in Mexiko-Stadt genau, berichtet AP. Jamaikas Verbandspräsident Michael Ricketts erklärte, man verfolge die Situation aufmerksam – Jamaika soll Ende März in Guadalajara ein WM-Playoff bestreiten.
Die WM beginnt im Juni 2026 und wird von Mexiko, den USA und Kanada gemeinsam ausgerichtet. Für Mexiko steht viel auf dem Spiel: Das Turnier verspricht Tourismuseinnahmen und internationale Aufmerksamkeit, doch die Sicherheitsdebatte birgt erhebliche Reputationsrisiken.


