Drogenhandel

Fentanyl, Folter, Geldwäsche: USA sanktionieren Kartell-Casinos an mexikanischer Grenze

Eines der Casinos soll als Lager für Fentanyl-Tabletten und Kokain sowie als Folterort genutzt werden. Mexikos Finanzermittler stellten Unstimmigkeiten bei den Geldflüssen fest.

Blick auf die Grenzstadt Nuevo Laredo im mexikanischen Bundesstaat Tamaulipas
Blick auf die Grenzstadt Nuevo Laredo im mexikanischen Bundesstaat TamaulipasLi Mengxin/imago

Das US-Finanzministerium hat zwei Casinos im mexikanischen Bundesstaat Tamaulipas, ihren Betreiber sowie drei mutmaßliche Mitglieder des Verbrechersyndikats Cártel del Noreste (CDN) auf eine Sanktionsliste gesetzt. Damit werden deren Vermögenswerte im US-Zugriff eingefroren und Geschäfte über das US-Finanzsystem oder mit US-Personen untersagt. 

Betroffen sind das Casino Centenario in Nuevo Laredo und das Casino Diamante in Tampico. Beide werden laut der Zeitung El País von der Firma CAMSA betrieben, die auch eine Glücksspiel-Website betreibt.

Fentanyl-Lager und Folterräume

Laut dem Finanzministerium nutzt das Kartell das Casino Centenario als Lager für Fentanyl-Tabletten und Kokain und zur Geldwäsche über den Spielbetrieb. In den Hinterräumen des Casinos sollen mutmaßliche Feinde des Kartells gefoltert werden, heißt es Berichten zufolge.

Das Casino liegt nur etwa drei Kilometer von der US-Grenze entfernt. US-Finanzminister Scott Bessent kündigte an, dass das Ministerium weiterhin gegen alle Einnahmequellen der Kartelle vorgehen werde, einschließlich des Fentanyl-Handels und des Menschenschmuggels.

Unter den sanktionierten Personen befindet sich Eduardo Javier Islas Valdez, genannt „Crosty“, der laut dem Ministerium die Menschenschmuggel-Operationen des CDN in Nuevo Laredo leitet. Islas kontrolliere Bargeldlager in der Stadt und koordiniere Schleuser am Rio Grande.

Wie El País weiter berichtet, gilt Islas als enger Vertrauter des stellvertretenden CDN-Anführers Abdón Federico Rodríguez García. Ebenfalls sanktioniert wurde der Anwalt Juan Pablo Penilla Rodríguez, der dem inhaftierten Kartellführer Miguel Ángel Treviño Morales als Verbindungsmann zur CDN-Führung dient. Treviño Morales, einst Chef der Vorgängerorganisation Los Zetas, befindet sich inzwischen in US-Gewahrsam, wie das Finanzministerium mitteilte.

Als dritte Person wurde Jesús Reymundo Ramos Vázquez sanktioniert. Laut dem Ministerium gibt er sich als Menschenrechtsaktivist aus, betreibt aber seit über zehn Jahren Desinformationskampagnen für das Kartell, reicht falsche Beschwerden gegen das mexikanische Militär ein und bezahlt Personen für die Teilnahme an Protesten.

Mexiko leitet eigene Ermittlungen ein

Mexikos Finanzministerium teilte am Dienstag mit, die Finanzermittlungseinheit UIF habe bei den Betroffenen Unstimmigkeiten zwischen gemeldeten Einkünften und tatsächlichen Geldflüssen festgestellt. Die UIF erstattete bei der Generalstaatsanwaltschaft Strafanzeige wegen mutmaßlicher Geldwäsche und Steuervergehen. Zudem gab die Behörde die Informationen an das Innenministerium weiter, damit der Betrieb der betroffenen Casinos ausgesetzt wird.

Wie El País unter Berufung auf die Behörden berichtet, wurde das CDN, früher bekannt als Los Zetas, im Februar 2025 vom US-Außenministerium als ausländische Terrororganisation eingestuft. Das Kartell operiert vor allem in den nordmexikanischen Bundesstaaten Tamaulipas, Coahuila und Nuevo León. Von Nuevo Laredo aus kontrolliert es den am stärksten frequentierten Landgrenzübergang für den Güterverkehr mit den USA.