Strafverfahren

„Hinweise auf mögliche Tatorte“: Staatsanwaltschaft will Fall Ulmen und Fernandes an Potsdam abgeben

Bei den Ermittlungen gegen Christian Ulmen stellen sich weiterhin Zuständigkeitsfragen. Aus Itzehoe soll der Fall nun nach Potsdam wandern.

Collien Fernandes muss weiter auf Ergebnisse der Ermittlungen gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen warten.
Collien Fernandes muss weiter auf Ergebnisse der Ermittlungen gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen warten.Uwe Koch/Imago

Die Staatsanwaltschaft Itzehoe hat die Akten für die Ermittlungen gegen den Schauspieler Christian Ulmen im Fall um dessen Ex-Frau, die Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes, an die Staatsanwaltschaft Potsdam übermittelt und will das Verfahren abgeben. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Peter Müller-Rakow der Deutschen Presse-Agentur.

Grund seien „Hinweise auf mögliche Tatorte“ in Brandenburgs Landeshauptstadt. Nähere Angaben machte er nicht. Die Potsdamer Behörde muss das Ersuchen noch prüfen – eine Übernahme ist nicht zwingend. Das Verfahren ist durch die Abgabe nicht eingestellt.

Fernandes wirft ihrem Ex-Mann vor, über rund zehn Jahre gefälschte Profile in ihrem Namen betrieben und darüber pornografisches Material verbreitet zu haben. Ursprünglich hatte sie im November 2024 wegen Fake-Profilen Anzeige gegen Unbekannt erstattet, das Verfahren war nach Itzehoe übergeben und nach einem mutmaßlichen Kommunikationsfehler eingestellt worden.

Die dortige Staatsanwaltschaft nahm die Ermittlungen jedoch zuletzt wieder auf und hatte Ende März einen Anfangsverdacht gegen Christian Ulmen wegen Nachstellung bestätigt – ein Tatbestand, der unter anderem den Missbrauch persönlicher Daten umfasst und mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden kann. Ein Anfangsverdacht ist allerdings nicht mit einer Anklage gleichzusetzen. Für Christian Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.