Konflikte

Trump erklärt venezolanischen Luftraum für „geschlossen“

Donald Trump ruft Airlines dazu auf, den venezolanischen Luftraum zu meiden. Die Warnung erfolgt in einer Phase steigender Spannungen.

US-Präsident Donald Trump
US-Präsident Donald TrumpAlex Brandon/AP

US-Präsident Donald Trump hat den Luftraum über und um Venezuela für geschlossen erklärt. In einem Post auf der Plattform Truth Social schrieb er am Samstag: „An alle Fluggesellschaften, Piloten, Drogenhändler und Menschenschmuggler: Bitte betrachten Sie den Luftraum über und um Venezuela in seiner Gesamtheit als geschlossen.“

Die Anweisung richtet sich ausdrücklich an Fluggesellschaften, Piloten sowie vermeintliche Drogenhändler und Menschenschmuggler. Trump begründet den Schritt nicht konkret — er folgt jedoch einer Warnung der FAA, die Airlines vor möglichen Gefahren im venezolanischen Luftraum gewarnt hatte.

Fluggesellschaften setzen Flüge nach Venezuela aus

Mehrere internationale Fluggesellschaften hatten bereits beschlossen, Flüge nach oder über Venezuela auszusetzen. Diese Entscheidung war laut Branchenangaben eine Reaktion auf die Warnung der US-Luftfahrtaufsicht und die zunehmende militärische Präsenz der USA in der Region in Zusammenhang mit dem Kampf gegen Drogenhandel.

Der Schritt markiert eine deutliche Eskalation im Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und der Regierung von Nicolás Maduro. Die US-Marine ist seit Wochen mit mehreren Kriegsschiffen und sogar einem Flugzeugträger vor der Küste Venezuelas stationiert - offiziell im Rahmen der sogenannten Kampagne gegen Drogenkartelle. Kritiker warnen, dass die Erklärung eines geschlossenen Luftraums eine rechtlich belastbare Basis für gezielte Militäraktionen schaffen könnte.

Ob und wie die Anweisung international durchsetzbar sein wird, ist bislang unklar. Die internationale Luftfahrtorganisation sowie Staaten mit Verbindungen nach Lateinamerika beobachten die Situation mit Sorge.

Bericht: Trump telefoniert mit Maduro

Nach Informationen der New York Times telefonierte Trump in der vergangenen Woche Maduro. Dabei soll es um die Möglichkeit eines Treffens in den USA gegangen sein, berichtete die Zeitung unter Berufung auf mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen. Konkrete Pläne gebe es jedoch nicht, sagte eine der Quellen. An dem Telefonat soll dem Bericht zufolge auch Außenminister Marco Rubio teilgenommen haben. Das Gespräch fand wenige Tage vor der Entscheidung der US-Regierung statt, das mutmaßliche venezolanische Drogenkartell „Cartel de los Soles“ als ausländische Terrororganisation einzustufen.

Trump hatte zudem am Donnerstag angekündigt, venezolanische Drogenhändler „sehr bald“ auch an Land ins Visier zu nehmen. Bei einem Gespräch mit Angehörigen des US-Militärs an Thanksgiving sagte der US-Präsident, man werde neben den Einsätzen auf See jetzt auch Maßnahmen auf dem Landweg beginnen. „Sie liefern nicht mehr viel über das Meer. Also werden wir anfangen, sie auch an Land zu stoppen“, so Trump.