US-Präsident Donald Trump will den früheren Präsidenten von Honduras, Juan Orlando Hernández, begnadigen. Der 55-Jährige war im Jahr 2024 in New York zu 45 Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er den Schmuggel von mehr als vierhundert Tonnen Kokain in die Vereinigten Staaten ermöglicht haben soll. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump am Freitag: „Ich werde Juan Orlando Hernández vollständig und umfassend begnadigen.“
Die Ankündigung kommt zwei Tage vor der Präsidentschaftswahl in Honduras. Trump sprach in demselben Post seine Unterstützung für Nasry „Tito“ Asfura aus, den Kandidaten der konservativen Nationalpartei, der Partei Hernández’. Der US-Präsident warnte zugleich vor einem Sieg der linken Kandidatin Rixi Moncada von der Regierungspartei Libre. Ein Wahlsieg Moncadas würde „Maduro und seine Narco-Terroristen ein weiteres Land übernehmen lassen“, schrieb Trump.
Trump: Hernández wurde „unfair behandelt“
Hernández war von 2014 bis 2022 Präsident von Honduras. Er wurde wenige Wochen nach seinem Ausscheiden aus dem Amt festgenommen und später in den Vereinigten Staaten verurteilt. Trump begründete die geplante Begnadigung damit, dass „viele Menschen, die ich sehr respektiere“ ihm gesagt hätten, Hernández sei „sehr hart und unfair behandelt“ worden.

Die Entscheidung steht im Widerspruch zu Trumps eigener Linie im Kampf gegen den Drogenschmuggel. Der Präsident hat in den vergangenen Monaten eine groß angelegte militärische Operation zur Eindämmung des Drogenhandels aus Venezuela gestartet. Dazu gehören der Einsatz eines Flugzeugträgers, eines atomgetriebenen U-Boots, weiterer Kriegsschiffe sowie F-35-Jets. Der Aufbau wird in den Vereinigten Staaten als Versuch gesehen, Venezuelas Präsident Nicolás Maduro unter Druck zu setzen.
Warum Honduras für die USA so wichtig ist
Honduras gilt als strategisch wichtig im Kampf gegen den Drogenschmuggel, da das Land die größte US-Militärbasis in Mittelamerika beherbergt. Zugleich ist die Politik des Landes seit Jahren von Korruption und dem Einfluss krimineller Gruppen geprägt. Hernández hatte sich 2017 eine umstrittene zweite Amtszeit gesichert, die von Vorwürfen des Wahlbetrugs und landesweiten Protesten begleitet war.
Trump hatte bereits zu Wochenbeginn öffentlich für Asfura geworben und damit ungewöhnlich offen in die Wahl des Nachbarlandes eingegriffen. Die Abstimmung gilt nach Einschätzung regionaler Expertinnen und Experten als extrem knapp. Ricardo Zúñiga, früherer US-Gesandter für Guatemala, Honduras und El Salvador, sagte, die Lage sei „hochgradig unsicher“. Oppositionelle Parteien werfen der Regierung Wahlmanipulation vor. Zúñiga sagte weiter: „Die wahren Ergebnisse könnten niemals bekannt werden, weil das Auszählungssystem so dysfunktional ist.“
Ein weiterer Kandidat ist Salvador Nasralla von der liberalen Partei. Trump bezeichnete ihn als „grenzwertigen Kommunisten“, dessen Kandidatur allein dazu diene, die Stimmen Asfuras zu spalten. Der US-Präsident schrieb, Asfura wäre „ein großartiger Präsident“, und die Vereinigten Staaten würden eng mit ihm zusammenarbeiten.


