US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, dass amerikanische Kriegsschiffe, Flugzeuge und Soldaten weiterhin in der Region um den Iran bleiben sollen. Auf seiner Plattform Truth Social erklärte er, die Truppen würden dort bleiben, „bis die echte Vereinbarung vollständig eingehalten wird“.
Die Aussage fällt in einer Phase großer Unsicherheit. Zwar gilt derzeit eine auf zwei Wochen angelegte Feuerpause im Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran. Ob daraus weitere Verhandlungen über ein Kriegsende entstehen, ist jedoch offen.
Trumps Drohung an den Iran
Trump verband seine Ankündigung mit einer unmissverständlichen Warnung. Sollte der Iran die Vereinbarung nicht einhalten, werde das Militär erneut eingreifen. „Dann beginnt das Schießen – größer, besser und stärker als je zuvor“, schrieb er. Ausgestattet sein sollen die US-Soldaten Trump zufolge „mit zusätzlicher Munition, Bewaffnung und allem anderen, was angemessen und notwendig ist für die tödliche Verfolgung und Zerstörung eines bereits erheblich geschwächten Feindes“. Trump betonte zugleich, ein Scheitern des Abkommens sei „höchst unwahrscheinlich“. „In der Zwischenzeit rüstet sich unsere großartige Armee und ruht sich aus, wobei sie sich tatsächlich auf ihre nächste Eroberung freut. Amerika ist zurück“, schrieb Trump.
Zugleich bekräftigte der Präsident, der Iran werde keine Atomwaffen entwickeln können. Außerdem versprach er, die strategisch wichtige Straße von Hormus werde „offen und sicher“ bleiben.
Tatsächlich ist der Schiffsverkehr durch die Meerenge derzeit weiterhin stark eingeschränkt. Durch die Straße von Hormus lief früher rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls und Flüssiggases.
Hinweise auf Minen in der Straße von Hormus
Neue Berichte aus dem Iran deuten darauf hin, dass die Lage weiter eskalieren könnte. Halbstaatliche Nachrichtenagenturen veröffentlichten eine Grafik, die nahelegt, dass die Revolutionsgarden während des Krieges Seeminen in der Straße von Hormus platziert haben könnten.
Die Darstellung zeigt eine Gefahrenzone entlang der üblichen Schifffahrtsroute. Stattdessen wird ein nördlicher Kurs näher an der iranischen Küste empfohlen. Beobachtungen während der Kämpfe legen nahe, dass einzelne Schiffe diesen Weg bereits genutzt haben, wie aus Berichten der Nachrichtenagentur AP hervorgeht. Unklar ist, ob mögliche Minen inzwischen geräumt wurden.
Parallel bleiben die Positionen zwischen Washington und Teheran weit auseinander. Trump erklärte, der Iran habe zugesagt, die Urananreicherung einzustellen. Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf widersprach dem und betonte, die Anreicherung sei weiterhin erlaubt.
Iran droht mit Ende der Waffenruhe
Zudem hatte Teheran Verhandlungen zuletzt als „unvernünftig“ bezeichnet. Hintergrund sind massive israelische Luftangriffe im Libanon, bei denen nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 180 Menschen getötet wurden. Der libanesische Zivilschutz meldete später, dass mindestens 254 Menschen getötet wurden. UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte die Angriffe „uneingeschränkt“ und warnte vor einer weiteren Eskalation, die auch die fragile Feuerpause gefährden könnte.
Der Iran drohte nach den verheerenden Luftangriffen im Libanon, die gerade erst mit den USA vereinbarte Waffenruhe platzen zu lassen. Die USA müssten sich entscheiden - „entweder Waffenruhe oder Fortsetzung des Krieges via Israel. Sie können nicht beides haben“, schrieb Außenminister Abbas Araghtschi auf der Plattform X.
Fragile Lage vor möglichen Gesprächen
Die kommenden Tage gelten als entscheidend. Die Feuerpause soll Raum für neue Gespräche schaffen, möglicherweise in Islamabad. Gleichzeitig erhöhen militärische Drohungen, widersprüchliche Angaben und neue Spannungen im Libanon den Druck auf alle Beteiligten.




