Der deutsche Autobauer Volkswagen muss in Frankreich offenbar wegen des sogenannten Dieselgates vor Gericht. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP am Freitagabend unter Berufung auf Justizkreise.
Es handelt sich demnachum den ersten bekannten Fall im Zusammenhang mit dem Dieselgate, in dem die französischen Untersuchungsrichter einen Prozess anordnen. Die Staatsanwaltschaft hatte auch Prozesse gegen Peugeot-Citroën, Renault und Fiat Chrysler beantragt.
Der Skandal bei dem Autobauer war im September 2015 bekannt geworden. VW räumte damals ein, bei bestimmten Dieselmotoren der Marken , Seat, Audi und Skoda eine Software verbaut zu haben, die den Ausstoß von Stickoxid auf dem Prüfstand senkte, nicht aber im Straßenverkehr.
Der Volkswagen-Konzern ist seit 2015 mit den Folgen des sogenannten „Dieselgate“-Skandals konfrontiert. Damals hatte VW eingeräumt, weltweit rund elf Millionen Fahrzeuge mit einer Software ausgestattet zu haben, die Abgastests manipulierte. Die Fahrzeuge stießen im realen Betrieb deutlich mehr Stickoxide aus als bei den Prüfstandsmessungen. Der Skandal löste die größte Unternehmenskrise in der Geschichte des Wolfsburger Autobauers aus und kostete den Konzern bislang mehr als 32 Milliarden Euro für Fahrzeugnachrüstungen, Strafen und Rechtskosten.
Volkswagen versuchte Verfahren in Frankreich zu verhindern
In Frankreich liefen gegen VW Ermittlungen wegen schwerer Täuschung. Der Konzern versuchte, das Verfahren mit dem Argument abzuwehren, er könne nicht zweimal für dieselbe Tat belangt werden – schließlich habe VW bereits 2018 in Deutschland eine Strafe von einer Milliarde Euro gezahlt. Das Pariser Berufungsgericht wies diesen Antrag im März 2023 jedoch zurück, sodass das Verfahren in Frankreich fortgesetzt werden konnte.
Die Untersuchungsrichter ordneten einen Prozess wegen Betrugs AFP zufolge nun vor dem Pariser Strafgericht an. Ein erster Termin zur Planung des Verfahrens sei für den 18. Dezember geplant.


