Elektromobilität

Deutschlands beliebtestes E-Auto: VW stößt Tesla vom Thron

Zwei E-Auto-Modelle gab es zu Jahresbeginn mehr als 100.000 Mal auf deutschen Straßen. Dabei überholte eines von VW das des US-Elektroautoherstellers.

Fast fertige ID.3 laufen im Fahrzeugwerk von VW in Zwickau durch die Endmontage.
Fast fertige ID.3 laufen im Fahrzeugwerk von VW in Zwickau durch die Endmontage.Hendrik Schmidt/dpa

Das Automodell von Volkswagen, der VW ID.3, ist neuer Spitzenreiter unter den reinen Elektroautos in Deutschland und hat damit das Tesla Model Y vom ersten Platz verdrängt. Wie aus aktuellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) hervorgeht, waren zum Stichtag 1. Januar 2026 insgesamt 116.053 Fahrzeuge des Wolfsburger Kompaktstromers in Deutschland zugelassen.

Auf das Model Y des US-Herstellers entfielen dagegen 106.184 Einheiten. Noch ein Jahr zuvor hatte das Model Y die Bestandsstatistik angeführt. Zwar wurden seit Jahresbeginn wieder etwas mehr Fahrzeuge des US-Modells neu zugelassen, der Vorsprung des ID.3 lässt sich damit aber nicht aufholen.

Elektroautos weiterhin Randphänomen in Deutschland

Beide Modelle hatten im vergangenen Jahr als erste vollelektrische Pkw die Marke von 100.000 Bestandsfahrzeugen in Deutschland überschritten. Auf Markensicht hatte Volkswagen Tesla bereits zuvor überholt. Dass der US-Konzern dennoch lange das meistverbreitete Einzelmodell stellte, lag laut KBA daran, dass Tesla in Deutschland nur zwei Modelle mit nennenswerten Zulassungszahlen vertreibt - die Stückzahlen verteilen sich also weniger stark als bei VW.

Im Vergleich zum Gesamtfahrzeugbestand bleiben Elektroautos jedoch eine Randerscheinung. Mit weitem Abstand führt der VW Golf die Bestandsstatistik an: 3,2 Millionen Fahrzeuge, einige zehntausend e-Golf inbegriffen. Das ist mehr als alle Elektroautos auf deutschen Straßen zusammen, deren Bestand zu Jahresbeginn bei 2,03 Millionen lag. Es folgen der VW Polo mit 1,3 Millionen und der Opel Corsa mit 1,1 Millionen Fahrzeugen. Häufigstes Modell mit steigendem Bestand ist der VW Tiguan mit 811.016 Zulassungen auf Rang neun.

Tesla kündigte zuletzt die Erweiterung seines Werks in Brandenburg an. In der Gigafactory in Grünheide sollen bis Ende Juni rund 1000 neue Arbeitsplätze entstehen. Ab dem dritten Quartal will Tesla die wöchentliche Produktion um etwa 20 Prozent steigern.

Begründet wird die Personalaufstockung mit einer gestiegenen Nachfrage nach dem Model Y, das in Grünheide gefertigt wird. Diese Darstellung wird durch aktuelle Marktdaten gestützt: Laut KBA sind die Tesla-Neuzulassungen in Deutschland im März spürbar gestiegen, auch europaweit konnte die Marke zuletzt wieder zulegen –nach einem zwischenzeitlichen Verlust von Marktanteilen. Bislang lag die offiziell kommunizierte Produktion bei gut 5000 Fahrzeugen pro Woche, was rund 260.000 Autos pro Jahr entspricht. (mit dpa)