Demokratie

Deutschland-Monitor: Die Hälfte der Ostdeutschen sind mit der gelebten Demokratie unzufrieden

Große Mehrheit steht zur Demokratie als Idee. Doch fast die Hälfte der Ostdeutschen ist mit deren Umsetzung unzufrieden. Jeder Fünfte teilt populistische Einstellungen.

Elisabeth Kaiser (SPD) stellte den Deutschland-Monitor vor: Die Hälfte der Ostdeutschen hadert mit dem Funktionieren der Demokratie.
Elisabeth Kaiser (SPD) stellte den Deutschland-Monitor vor: Die Hälfte der Ostdeutschen hadert mit dem Funktionieren der Demokratie.Jan Woitas / dpa

Die Deutschen bekennen sich nahezu geschlossen zur Demokratie – mit deren Praxis hadern sie allerdings erheblich. Das zeigt der Deutschland-Monitor 2025, den die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), in Berlin vorstellte.

98 Prozent der Befragten befürworten demnach die „Idee der Demokratie“. Fast 90 Prozent lehnen eine Diktatur unter allen Umständen ab. Doch nur 60 Prozent sind mit dem Funktionieren der Demokratie zufrieden, in Ostdeutschland lediglich 51 Prozent. Insgesamt sehen 71 Prozent eine eher negative Entwicklung der Demokratie.

Die seit 2023 jährlich erstellte Studie basiert auf rund 8000 Interviews und wurde vom Zentrum für Sozialforschung Halle, der Universität Jena und dem Leibniz-Institut Gesis erstellt. Es werden sowohl

Zufriedenheit im Osten besonders niedrig

„Die geringe Zufriedenheit mit der Funktionsweise der Demokratie ist bedenklich“, sagte Kaiser. Sie sehe darin einen Aufruf, soziale Aspekte in den Mittelpunkt zu stellen und Abstiegsängsten entgegenzutreten. Jede fünfte befragte Person teilt laut Studie populistische Einstellungen.

Beim Schwerpunktthema Veränderungsbereitschaft zeigen sich kaum Ost-West-Unterschiede: 23 Prozent stehen Wandel offen gegenüber, 52 Prozent ambivalent, 26 Prozent kritisch. Bei Verteidigung, Wirtschaft oder Klimaschutz tragen die Befragten persönliche Zumutungen mehrheitlich mit. Eine klare Ausnahme bildet das Thema Rente: 58 Prozent lehnen es ab, für gleiche Bezüge länger zu arbeiten.