Staatsbesuch

Demos und Polizei-Großeinsatz: Staatsbesuch aus Syrien sorgt für Ausnahmezustand in Berlin

Syriens Präsident Ahmed al-Scharaa ist am Montag zu Besuch in Berlin. Es gibt mehrere Demos gegen den Besuch – und auch für Ahmed al-Scharaa.

Scharfschützen der Polizei sichern am Schloss Bellevue den Besuch von Syriens Übergangspräsident al-Scharaa.
Scharfschützen der Polizei sichern am Schloss Bellevue den Besuch von Syriens Übergangspräsident al-Scharaa.Kay Nietfeld

Der Besuch des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa in Berlin am Montag, dem 30. März, versetzt die Hauptstadt in einen Ausnahmezustand. Die Polizei bereitet einen Großeinsatz vor, zahlreiche Straßen werden gesperrt, und rund um zentrale Regierungsgebäude gilt ein mehrstündiges Versammlungsverbot. Sowohl Gegner als auch Unterstützer al-Scharaas haben mehrere Demonstrationen angemeldet, zu denen Tausende Teilnehmer erwartet werden.

Der syrische Präsident trifft unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz. Bei den Gesprächen dürfte es unter anderem um die Rückführung syrischer Flüchtlinge und den Wiederaufbau des durch den knapp 14 Jahre langen Bürgerkrieg zerstörten Landes gehen. Gegner werfen al-Scharaa vor, in Syrien mit Gewalt gegen Minderheiten vorzugehen.

Demos am Großen Stern, Brandenburger Tor und Hauptbahnhof

Nach Angaben der Polizei sind am Montag mehrere Kundgebungen angemeldet – am Großen Stern, am Werderschen Markt, am Pariser Platz und am Washingtonplatz vor dem Hauptbahnhof. Dort erwarten die Veranstalter von 11 bis 18 Uhr bis zu 3000 Teilnehmer, die den syrischen Übergangspräsidenten begrüßen. Eine Kundgebung für Ahmed al-Scharaa, zu der 1000 Teilnehmer angemeldet sind, soll es von 11 bis 15 Uhr am Pariser Platz geben.

Gegen den Besuch und eine Aufwertung al-Scharaas will die Kurdische Gemeinde Berlin-Brandenburg demonstrieren. Dazu sind am Simsonweg bei der Polizei rund 600 Teilnehmer angemeldet.

Am Potsdamer Platz, im Bereich des Hotels Ritz-Carlton, sind die Straßen gesperrt.
Am Potsdamer Platz, im Bereich des Hotels Ritz-Carlton, sind die Straßen gesperrt.Paul Zinken/Berliner Zeitung

Rund um Schloss Bellevue, Bundeskanzleramt und Ritz-Carlton am Potsdamer Platz gilt zwischen 11 und 16 Uhr ein striktes Versammlungsverbot. Wer sich dort aufhalten will, muss sich auf Ausweiskontrollen einstellen. Straßen im Bereich um das Schloss Bellevue werden am Montag von 8 bis 11 Uhr gesperrt. Von 11 bis 16 Uhr gibt es Sperrungen rund um das Bundeskanzleramt.

Diese Bereiche sind besonders geschützt

Die Polizei rät Pendlern und Autofahrern dringend, die betroffenen Gebiete großräumig zu umfahren oder am Montag ganz zu meiden.

Vor dem Berliner Hauptbahnhof heißen Syrer ihren Übergangspräsidenten bei einer Demo willkommen.
Vor dem Berliner Hauptbahnhof heißen Syrer ihren Übergangspräsidenten bei einer Demo willkommen.Paul Zinken/Berliner Zeitung

Die Berliner Polizei erließ drei Allgemeinverfügungen über die Bereiche, in denen Demonstrationsverbote herrschen und das Mitführen von Waffen und Messern nicht gestattet ist.

Bereich um das Ritz-Carlton: 29. März 2026, 18 Uhr, bis 30. März 2026, 22 Uhr

Der Potsdamer Platz und der nördliche Bereich davon sind für Demonstrationen gesperrt.
Der Potsdamer Platz und der nördliche Bereich davon sind für Demonstrationen gesperrt.Polizei Berlin

•         Lennéstraße ab Bellevuestraße bis Ebertstraße, einschließlich beider Gehwegseiten

•         Ebertstraße beginnend ab Lennéstraße bis südlicher Kreuzungsbereich Potsdamer Platz/Leipziger Platz, einschließlich der östlichen Gehwegseite der Ebertstraße

•         Potsdamer Straße vom südlichen Kreuzungsbereich Potsdamer Platz bis Potsdamer Platz 1

•         Potsdamer Platz 1 in nördliche Richtung bis Bellevuestraße sowie Bellevuestraße bis Lennéstraße einschließlich der Gehwege

Bereich um das Schloss Bellevue: 30. März 2026 in der Zeit von 8 Uhr bis 11 Uhr

Der Große Stern und der Bereich um das Bellevue sind für Demonstrationen gesperrt.
Der Große Stern und der Bereich um das Bellevue sind für Demonstrationen gesperrt.Polizei Berlin

•         Paulstraße ab Hausnummer 20 in südlicher Richtung einschließlich der Gehwege sowie der Lutherbrücke und der John-Foster-Dulles-Allee einschließlich des nördlichen Gehwegs bis zum Großfürstenplatz

•         Spreeweg einschließlich der Gehwege und des vom Spreeweg über die Bellevueallee bis zum Großfürstenplatz verlaufenden Weges durch den Großen Tiergarten

•         Großer Stern einschließlich 50 Meter einmündend in die angrenzende Straße des 17. Juni sowie die Hofjägerallee einschließlich der Gehwege und der gesamten Mittelinsel der Siegessäule einschließlich der Gehwege

•         Spreeweg ab Großer Stern bis Lutherbrücke einschließlich der Gehwege sowie Bellevue-Ufer bis auf Höhe des nordwestlichen Endes des Teiches im Schlosspark Bellevue

Bereich um das Bundeskanzleramt: 30. März 2026 in der Zeit von 11 Uhr bis 16 Uhr

Das Regierungsviertel um das Kanzleramt ist für Demonstrationen gesperrt.
Das Regierungsviertel um das Kanzleramt ist für Demonstrationen gesperrt.Polizei Berlin

•         Bettina-von-Arnim-Ufer von Höhe Haus der Kulturen der Welt weiter in nordöstliche Richtung über das Ludwig-Erhard-Ufer bis Konrad-Adenauer-Straße einschließlich des südlichen Gehwegs sowie der Brücken Moltkebrücke, Gustav-Heinemann-Brücke und Kronprinzenbrücke

•         Konrad-Adenauer-Straße in südliche Richtung bis zur Paul-Löbe-Allee einschließlich der Gehwege, weiter Paul-Löbe-Allee bis auf Höhe Annemarie-Renger-Straße und südlich über den Platz der Republik bis zur Scheidemannstraße

•         Von Scheidemannstraße ausschließlich der Gehwege, weiter in westliche Richtung geradlinig über Grünanlagenweg bis einschließlich Große Querallee

•         Große Querallee vom Grünanlagenweg bis Paul-Löbe-Allee weiter in westliche Richtung bis Bettina-von-Arnim-Ufer einschließlich der Gehwege

Die Polizei rät zudem: „Um als anwohnende oder berechtigte Person die abgesperrten Bereiche reibungslos betreten zu können, führen Sie bitte Ihr Personaldokument und Ihren Dienst- oder Betriebsausweis als Legitimation bei sich.“