Missbrauch

Collien Fernandes zeigt Christian Ulmen an: Sexvideos und falsche Nacktfotos

Es sind schwere Vorwürfe: Schauspielerin Collien Fernandes hat Anzeige gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen erstattet. Es geht um jahrelangen Missbrauch.

Beim Bundespresseball 2024 wirkten sie noch so glücklich: Collien Fernandes und Christtian Ulmen waren 14 Jahre lang verheiratet.
Beim Bundespresseball 2024 wirkten sie noch so glücklich: Collien Fernandes und Christtian Ulmen waren 14 Jahre lang verheiratet.Jadranko Marja/imago

Die Schauspielerin Collien Fernandes hat ihren Ex-Mann Christian Ulmen bei einem Bezirksgericht in Palma de Mallorca angezeigt. Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins Spiegel umfasst der rund 40-seitige Schriftsatz, der seit Ende 2025 bei Gericht vorliegt, Vorwürfe unter anderem wegen Anmaßung des Personenstands, öffentlicher Beleidigung, Offenlegung von Geheimnissen, wiederholter Körperverletzung im familiären Näheverhältnis und schwerer Bedrohung.

Im Kern der Anschuldigungen steht ein mutmaßlicher Identitätsdiebstahl über soziale Netzwerke, der sich über einen Zeitraum von etwa zehn Jahren erstreckt haben soll. Fernandes wirft Ulmen demnach vor, gefälschte Profile in ihrem Namen erstellt zu haben. Über diese Accounts seien Männer kontaktiert, Chats geführt und Verabredungen zu Telefonsex getroffen worden. Darüber hinaus seien pornografische Fotos und Videos verschickt worden, auf denen Frauen zu sehen gewesen seien, die der Schauspielerin „zum Verwechseln ähnlich“ gesehen hätten. „Mir wurde über Jahre mein Körper geklaut“, sagte Fernandes.

Hat Christian Ulmen Fake-Pornos von seiner damailigen Frau verschickt?

Fernandes habe zunächst angenommen, dass unbekannte Internettrolle hinter den Vorfällen steckten, und deshalb im November 2024 in Berlin Anzeige gegen Unbekannt erstattet, berichtet das Hamburger Blatt. Erst später habe sie den Verdacht entwickelt, dass die mutmaßlichen Taten aus ihrem engsten persönlichen Umfeld stammen könnten.

Laut Fernandes' Darstellung habe Ulmen ihr am ersten Weihnachtsfeiertag 2024 ein Geständnis abgelegt. „Ich war das, ich habe das getan“, soll er gesagt haben. Fernandes beschrieb den Moment als Schock: „Es war wie bei einer Todesnachricht, ich konnte nicht reden, nicht heulen.“ In einer späteren Nachricht an ihren Ex-Mann habe Fernandes geschrieben: „Du tust so, als sei das hier eine ganz normale Trennung unter zwei Eheleuten. Das ist sie nicht, du hast mich virtuell vergewaltigt.“

Das Nachrichenmagazin berichtet zudem über eine E-Mail, die Ulmen an einen Strafverteidiger geschickt haben soll. Darin habe er einen „höchstvertraulichen Sachverhalt“ geschildert und erklärt, er habe „leider einen sexuellen Fetisch“ entwickelt. Er habe wiederholt Fakeprofile auf den Namen seiner Frau angelegt und über diese Accounts mit Männern gechattet und geflirtet „bis hin zum Sex-Talk“. Sein Ziel sei es gewesen, den Eindruck zu erwecken, bei den verschickten Videos handele es sich um „private Sextapes“ von Fernandes.

Vorwürfe körperlicher Übergriffe auf Mallorca

Auch körperliche Übergriffe wirft Fernandes ihrem Ex-Mann vor. Laut dem Spiegel-Bericht soll es im Januar 2023 in ihrer damaligen Wohnung auf Mallorca zu einem Polizeieinsatz gekommen sein. Demnach sei es über zwei Tage zu einem Streit gekommen, bei dem es unter anderem um andere Frauen und angebliche Lügen gegangen sein soll. Fernandes zufolge sei Ulmen dabei wiederholt körperlich übergriffig geworden.

Nach ihrer Darstellung habe sie versucht zu fliehen, sei jedoch von der Wohnungstür weggezogen worden. Schließlich habe sie ein Fenster geöffnet und um Hilfe gerufen. Personen aus einem Café im Erdgeschoss hätten dies gehört, kurz darauf sei die Polizei eingetroffen. Beide seien getrennt von Beamten abgeführt worden.

Laut Spiegel wurde Ulmen vorübergehend festgenommen. Ein Gericht leitete demnach ein Schnellverfahren wegen des Verdachts auf häusliche und geschlechtsspezifische Gewalt ein. In einem Beschluss sei von „ausreichenden Anhaltspunkten“ für eine strafbare Misshandlung die Rede. Ulmen sei jedoch nach einer Nacht wieder freigelassen worden.

Fernandes habe sich damals gegen eine Weiterverfolgung entschieden, auch die Staatsanwaltschaft habe die Ermittlungen eingestellt. Nach der nun eingereichten Anzeige in Palma de Mallorca wurden Vorermittlungen aufgenommen. Ob es zu einer Anklage kommt, ist offen. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.

Ulmens Anwalt Christian Schertz verschickte am Abend ein Informationsschreiben. In diesem heißt es: „Die Berichterstattung ist nach summarischer Überprüfung aus mehreren Gründen rechtswidrig. Wir sind daher auch beauftragt, gegen den SPIEGEL rechtliche Schritte einzuleiten.“ Es würden weiterhin „unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung“ verbreitet.


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