Missbrauch

„Es hat ihn geil gemacht, mich zu erniedrigen“: Fernandes’ Vorwürfe gegen Ulmen im Wortlaut

Collien Fernandes wirft ihrem Ex-Mann vor, über Jahre Fake-Profile in ihrem Namen betrieben und Nacktbilder sowie Sexvideos verschickt zu haben. Ihre Schilderungen sind sehr detailliert.

Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes macht ihrem Ex-Mann Christian Ulmen schwere Vorwürfe.
Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes macht ihrem Ex-Mann Christian Ulmen schwere Vorwürfe.Klaus W. Schmidt/imago

Collien Fernandes hat ihren Ex-Mann Christian Ulmen angezeigt – und erhebt schwere Vorwürfe. Die Schauspielerin wirft ihm laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins Spiegel vor, über Jahre Fake-Profile in ihrem Namen betrieben, Männer kontaktiert und intime Inhalte verbreitet zu haben. Ein rund 40-seitiger Schriftsatz, der seit Ende 2025 bei einem Bezirksgericht in Palma de Mallorca vorliegt, nennt unter anderem Anmaßung des Personenstands, Beleidigung, Offenlegung von Geheimnissen, Körperverletzung im familiären Umfeld und schwere Bedrohung.

Im Kern steht ein mutmaßlicher Identitätsmissbrauch über etwa zehn Jahre. Fernandes zufolge sollen unter ihrem Namen Accounts erstellt worden sein, über die Männer kontaktiert, Chats geführt und Telefonsex verabredet wurden. Zudem seien pornografische Fotos und Videos verschickt worden, auf denen Frauen zu sehen gewesen sein sollen, die ihr „zum Verwechseln ähnlich“ sehen. „Mir wurde über Jahre mein Körper geklaut“, sagte Fernandes dem Spiegel.

Fernandes hat ihre Vorwürfe später selbst öffentlich gemacht. In Instagram-Storys schildert sie die Vorgänge in drastischen Worten.

Collien Fernandes’ Vorwürfe gegen Christian Ulmen im Wortlaut:

Der folgende Text enthält Schilderungen sexualisierter Gewalt, die belastend sein können.

„Zur SPIEGEL-Recherche:

Jahrelang wurden unter meinem Namen Fake-Profile erstellt, die sich eng mit meinem beruflichen Umfeld vernetzten, vor allem Männer kontaktierten.

Nach anfänglich normaler Konversation wurde es FLIRTIVER, die Person schickte (FALSCHE) NACKTFOTOS UND SEXVIDEOS von mir, die privat wirken und so wirken sollten, als habe ICH MICH SELBST NACKT FOTOGRAFIERT und HEIMLICH BEIM SEX GEFILMT

Danach ging es meist in eine Email-Konversation über
(dazu wurden EMAIL-ADRESSEN MIT MEINEM NAMEN erstellt).

Die Person telefonierte mit den Männern
(mit KI generierter Stimme von mir)
irgendwann ging es über in TELEFONSEX.

SEXTREFFEN wurden vereinbart und kurzfristig wieder abgesagt.
Es wurde eine SEXUELLE AFFÄRE in Aussicht gestellt.

Das ganze Spiel wurde über 10 JAHRE LANG (!) durchgezogen.

Hunderten von Männern habe ‚ich‘ in dieser Zeit NACKTFOTOS UND SEXVIDEOS ‚von mir‘ geschickt

‚meinen‘ gespreizten nackten Schritt, ‚meinen‘ nackten Körper.

Menschen aus der Branche glaubten, dass ich tatsächlich dahinter stecke.

Mit 30 Männern war ‚ich‘ in einer intensiven ONLINE-AFFÄRE, teilweise jahrelang.

Das Profil schickte den Männern eine ‚EROTISCHE GESCHICHTE‘
in der ich
von 21 Männern
VERGEWALTIGT WERDE

in der immer wieder beschrieben wird,
wie sehr ich WEINE,
dass ich ANGST habe,
SCHMERZEN habe,
immer wieder sage,
dass ich das NICHT WILL.

Die Geschichte endet damit,
dass ich nach der GRUPPENVERGEWALTIGUNG
noch eine Weile regungslos und SPERMAVERSCHMIERT
auf dem Boden liege.

‚Collien flossen Tränen
aus ihren kaffeebraunen Augen‘

Erst vor einigen Jahren erlangte ich Kenntnis von all dem, durch ein Mittagessen mit einem Produzenten, der mich auf ‚unsere‘ Konversation ansprach.

2023 machte ich das Thema öffentlich, wollte dass das endlich aufhört. Dennoch machte der Täter weiter.

Auch während ich 2024 eine Dokumentation zu dem Thema drehte, setzte der Täter das Spiel fort, bis die Accounts von den Plattformen gesperrt wurden.

‚Die Jagd nach den Tätern‘ nannten wir den ersten Teil, für den ich weit umher reiste. Doch das wäre gar nicht nötig gewesen, denn der Täter war (wie ich jetzt weiß) die ganze Zeit über ziemlich nah.

Sein Name: Christian Ulmen

Nur aufgrund meiner Anzeige gegen UNBEKANNT war er geständig
(damit ich die Ermittlungen stoppe)
sagte mir, aus einer Art BESITZDENKEN heraus, habe er so gehandelt.

Weil er mich besitzt
(ich bin schließlich seine Ehefrau)
könne er mich anderen Männern
ZUM SEX ZUR VERFÜGUNG STELLEN.

Die DEGRADIERUNG habe ihm Lust bereitet!

Es habe ihn GEIL GEMACHT,
mich jahrelang zu ERNIEDRIGEN!

SEXUALISIERTE GEWALT ist kein über der Realität schwebender Diskurs.

Sie ist BITTERE und KNALLHARTE REALITÄT

findet tagtäglich unter uns,
sogar in den eigenen Schutzräumen, statt!

In unseren Zuhauses,
in denen wir uns sicher wähnten ...

Es reicht!“

Ulmens Anwalt Christian Schertz verschickte am Abend ein Informationsschreiben. In diesem heißt es: „Die Berichterstattung ist nach summarischer Überprüfung aus mehreren Gründen rechtswidrig. Wir sind daher auch beauftragt, gegen den SPIEGEL rechtliche Schritte einzuleiten.“ Es würden weiterhin „unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung“ verbreitet.