China hat die rund zwei Milliarden Dollar schwere Übernahme des Start-ups Manus durch den US-Konzern Meta blockiert. Die für Investitionsprüfungen zuständige Stelle der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) ordnete am Montag an, ausländische Investitionen in Manus zu untersagen und die Transaktion rückabzuwickeln, wie unter anderem Reuters berichtet.
Meta wurde in der Mitteilung nicht namentlich genannt. Das Unternehmen erklärte dem Bericht zufolge, die Transaktion habe „vollständig im Einklang mit dem geltenden Recht“ gestanden. Man erwarte eine angemessene Lösung der Untersuchung.
Reuters wertete den Schritt als Teil von Pekings Bemühungen, die USA davon abzuhalten, chinesische KI-Fachkräfte und geistiges Eigentum zu erwerben. Washington versuche seinerseits, den Zugriff chinesischer Unternehmen auf fortschrittliche US-Chips einzuschränken.
Ausreisesperre für Gründer?
Manus war ursprünglich in China gegründet worden. Nach einer Finanzierungsrunde unter Führung des US-Investors Benchmark im Mai 2025 schloss das Unternehmen seine Büros in China. Das Mutterkonzern Butterfly Effect verlegte seinen Firmensitz nach Singapur. Meta hatte die Übernahme im Dezember bekannt gegeben, um seine Position bei sogenannten KI-Agenten zu stärken – Programme, die komplexe Aufgaben weitgehend selbstständig ausführen.
Wie Bloomberg unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen berichtet, sind Mitarbeiter von Manus bereits in die Meta-Büros in Singapur umgezogen, Kapital wurde transferiert. Frühere Investoren wie Tencent und Hongshan hätten ihre Erlöse erhalten. Wie Peking die Rückabwicklung einer Transaktion mit einem in Singapur ansässigen Unternehmen durchsetzen will, ist nach Reuters-Angaben unklar.
Die beiden Manus-Gründer Xiao Hong und Ji Yichao seien im März nach Peking zu Gesprächen mit Aufsichtsbehörden bestellt und anschließend mit einer Ausreisesperre belegt worden, berichtet Reuters unter Berufung auf fünf mit dem Vorgang vertraute Personen.
Bericht: Chinas KI-Firmen sollen US-Kapital ablehnen
Die NDRC hatte chinesischen KI-Firmen wie Moonshot AI und Stepfun nach Bloomberg-Informationen in den vergangenen Wochen mitgeteilt, sie sollten Kapital US-amerikanischer Herkunft in Finanzierungsrunden ablehnen, sofern es nicht ausdrücklich genehmigt sei. Ähnliche Beschränkungen gälten auch für den TikTok-Eigentümer ByteDance.
„Peking signalisiert, dass es nicht darauf ankommt, wo die juristische Einheit ihren Sitz hat“, sagte der in Singapur ansässige Tech-Analyst Ke Yan von DZT Research laut Bloomberg. Alfredo Montufar-Helu des Beratungsunternehmens Ankura China Advisors sagte Reuters, China wolle den Erwerb von Vermögenswerten verhindern, die als wichtig für die nationale Sicherheit gälten – „und KI gehört nun klar dazu“.


