Sicherheit

Personalmangel: Weiterhin Rekrutierungsprobleme bei Berliner Polizei

Gewerkschaft der Polizei appelliert an Berliner Politik, die Probleme bei der Personalgewinnung ernstzunehmen. Welche Maßnahmen sind nun gefragt?

Die Berliner Polizei kämpft weiter mit Problemen bei der Nachwuchsgewinnung.
Die Berliner Polizei kämpft weiter mit Problemen bei der Nachwuchsgewinnung.Jens Kalaene

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Berlin hat erneut vor einem bevorstehenden Personalengpass bei der Berliner Polizei gewarnt. Zum 1. April könnten bis zu einem Drittel der offenen Stellen für den Nachwuchs bei der Schutzpolizei unbesetzt bleiben.

Während alle 120 Positionen im höheren Kriminaldienst erfolgreich besetzt wurden, sind bei den 180 ausgeschriebenen Stellen für die Schutzpolizei bisher nur 40 Prozent besetzt, erklärt die GdP.

„Wir können die Situation nicht schönreden; es bleibt ein Desaster“, erklärte der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Thorsten Schleheider. Er kritisiert, dass die unzureichenden Einstellungszahlen von der Politik nicht ernst genommen werden.

GdP-Landesvorsitzender kritisiert Politik

Schon in der Vergangenheit zeigte sich, dass Rahmenbedingungen unzureichend sind, um alle geplanten Stellen effektiv zu besetzen. Im vergangenen Frühjahr konnten nur 237 von 312 Stellen im mittleren Dienst und 199 von 300 im gehobenen Dienst belegt werden. Für die diesjährigen Märzeinstellungen im mittleren Dienst konnten nur 189 der möglichen 312 Nachwuchskräfte gewonnen werden.

Schleheider äußerte auch Kritik an den politischen Reaktionen auf die Schwierigkeiten bei der Nachwuchsgewinnung: „Obwohl die Berliner Polizei einen vielfältigen und abwechslungsreichen Beruf anbietet, mangelt es an der notwendigen politischen Unterstützung und an adäquaten Arbeitsbedingungen.“

Er appellierte an das Abgeordnetenhaus, sich der Probleme anzunehmen, um langfristig ausreichend Nachwuchskräfte zu gewinnen und die Polizei auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten.