Nahost

Berichte: USA blockieren Dollar-Lieferung an Irak wegen vom Iran unterstützter Milizen

Die USA erhöhen Berichten zufolge den Druck auf den Irak, gegen Iran-gestützte Milizen vorzugehen. Unter anderem sei eine Bargeldlieferung ausgesetzt worden.

Ein Porträt von George Washington ist auf einem Stapel von US-Ein-Dollar-Scheinen zu sehen.
Ein Porträt von George Washington ist auf einem Stapel von US-Ein-Dollar-Scheinen zu sehen.LM Otero/AP/dpa

Die USA haben offenbar eine Bargeld-Lieferung an den Irak gestoppt und Teile der gemeinsamen Sicherheitskooperation ausgesetzt, wie Reuters und das Wall Street Journal übereinstimmend unter Berufung auf amerikanische und irakische Quellen berichten. Dadurch solle nach Angriffen iranisch unterstützter Milizen der Druck auf die irakische Regierung erhöht werden, sagten irakische Quellen gegenüber Reuters.

Die Maßnahme betrifft dem Bericht zufolge Lieferungen von US-Banknoten im Wert von 450 bis 500 Millionen Dollar, die regelmäßig nach Bagdad eingeflogen würden. Elektronische Dollarüberweisungen für Importe und Handel sollen nicht betroffen sein, sagte ein Wirtschaftsberater des irakischen Premierministers Mohammed Shia al-Sudani laut Reuters.

Das Geld stammt den Berichten zufolge aus irakischen Öleinnahmen, die auf Konten der Federal Reserve Bank of New York verwahrt und dann an die irakische Zentralbank weitergeleitet werden. Dieses System geht laut Reuters auf die von den USA geführte Invasion des Landes im Jahr 2003 zurück. Das Bargeld wird unter anderem für Reisen, medizinische Behandlungen und Auslandsstudien eingesetzt.

Hintergrund sind Angriffe pro-iranischer Milizen

Hintergrund sind nach Darstellung von US-Vertretern wochenlange Angriffe pro-iranischer Milizen auf amerikanische Einrichtungen im Irak und mehrere Länder im Nahen Osten. Washington habe Bagdad mitgeteilt, auch die Finanzierung bestimmter Programme zur Terrorismusbekämpfung und zur Ausbildung der Streitkräfte werde ausgesetzt, bis die Angriffe endeten und Schritte zur Auflösung der Milizen ergriffen würden, berichtete das Wall Street Journal.

Das Versäumnis der irakischen Regierung, die Angriffe zu verhindern, beeinträchtige die Beziehungen zu den USA, erklärte ein Sprecher des US-Außenministeriums, Tommy Pigott, dem Bericht zufolge. Washington werde Angriffe auf US-Interessen nicht hinnehmen und erwarte von Bagdad, „unverzüglich alle Maßnahmen zu ergreifen, um die mit dem Iran verbundenen Milizgruppen im Irak aufzulösen“.

Die irakische Zentralbank teilte laut Wall Street Journal am Dienstag mit, es bestehe derzeit kein Mangel an physischer US-Währung. Man habe „alle Anfragen von Banken und Wechselstuben nach US-Dollar erfüllt“, hieß es in einer Erklärung, die nicht auf die ausgesetzten Lieferungen einging.

Ein Vertreter der Zentralbank sagte der Nachrichtenagentur Reuters, eine offizielle Mitteilung über einen Lieferstopp liege nicht vor. Eine für April erwartete Sendung sei jedoch nicht eingetroffen, der Status einer für Mai geplanten Lieferung sei unklar.

Proteste arabischer Nachbarstaaten

Eine Quelle im irakischen Außenministerium sagte Reuters, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait hätten im April formell gegen Angriffe protestiert, die von irakischem Territorium aus gestartet worden seien. Die USA führten den Berichten zufolge ihrerseits Angriffe auf bewaffnete Gruppen im Irak durch.

Nach Angaben eines hochrangigen irakischen Militärs wurden routinemäßige gemeinsame Treffen mit dem US-Militär zunächst ausgesetzt. Ein Sudani-naher Politiker gab Reuters zufolge an, die USA hätten die sicherheitspolitische Kooperation mit dem Irak vorerst gestoppt, darunter auch die Teilung von Geheimdienstinformationen.