Der Autozulieferer ZF hat im Geschäftsjahr 2025 einen Nettoverlust von 2,1 Milliarden Euro erwirtschaftet – doppelt so viel wie im Vorjahr, als bereits ein Minus von mehr als einer Milliarde Euro zu Buche stand. Damit verzeichnet der nach Bosch zweitgrößte deutsche Zulieferer den höchsten Verlust seiner Unternehmensgeschichte.
Hauptgrund für die tiefroten Zahlen sind Altlasten aus der Elektromobilität. Wie das Unternehmen mitteilte, musste ZF allein 1,6 Milliarden Euro für die vorzeitige Beendigung verlustbringender E-Auto-Aufträge aufwenden.
Autozulieferer in der Krise: US-Zölle und Konkurrenz aus China
In den vergangenen Jahren hatte der Konzern Aufträge im Wert von rund 30 Milliarden Euro für elektrische Antriebsstränge angenommen – teilweise zu Preisen, die die eigenen Kosten nicht deckten. Weil der Absatz von Elektroautos langsamer anlief als erwartet, rechneten sich viele dieser Projekte nicht mehr.
„Wir nehmen Steine aus dem Rucksack für den Aufstieg in den kommenden Jahren“, sagte ZF-Chef Mathias Miedreich. Die Antriebssparte, die unter seinem Vorgänger noch ausgegliedert werden sollte, bleibe ein fester Bestandteil des Konzerns, so Miedreich. Der weltweite Umsatz sank um sechs Prozent auf knapp 39 Milliarden Euro. Gleichzeitig konnte ZF seine Verschuldung leicht um 250 Millionen Euro auf 10,2 Milliarden Euro reduzieren.
Trotz des Rekordverlusts betonte die Unternehmensführung operative Verbesserungen. „Die Bilanz zeigt die Last der Vergangenheit, das operative Geschäft weist Richtung Zukunft“, sagte Miedreich. Zuletzt sicherte sich ZF einen milliardenschweren Großauftrag von BMW.
Für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen allerdings nicht mit einer Erholung. Finanzchef Michael Frick erklärte, man sehe „keine durchgreifende Belebung der Nachfrage“. Der Umsatz werde mit rund 38 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau erwartet. Besonders in der Nutzfahrzeugsparte sei eine anhaltende Marktschwäche zu erwarten, so Miedreich, auch weil verlässliche politische Rahmenbedingungen aus Berlin und Brüssel fehlten.


