In der ARD-Sendung „Maischberger“ haben am Montagabend mehrere Politiker über die Rolle von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), sowie den neuen Wehrdienst diskutiert. Zu Gast waren dabei unter anderem Jan van Aken, Parteivorsitzender der Linken, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP, Vorsitzende EU-Verteidigungsausschuss) und der frühere Vizekanzler im ersten Kabinett von Angela Merkel, Franz Müntefering (SPD).
Müntefering rief zur Unterstützung von Merz auf. Der 86-Jährige attestierte dem CDU-Politiker, seine Rolle „recht gut“ angenommen zu haben. „Man muss ihm helfen dabei“.
Friedrich #Merz habe die Rolle als Kanzler „recht gut angenommen“, so Franz #Müntefering (@SPDde). Dabei sollten ihm „die ganze Regierung, die ganzen Parteien, alle, die Demokratie wollen“, helfen. „Es sind doch genug Leute da, die helfen können.“#maischberger pic.twitter.com/7jlHmh6lNZ
— Maischberger (@maischberger) March 16, 2026
Besonders positiv äußerte sich Müntefering über den ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder. „Er war schon ein toller Kerl“, blickte er auf die gemeinsame Zusammenarbeit zurück. Müntefering war im Kabinett von Schröder zeitweise Bauminister. „Ich würde mir wünschen, wir hätten so einen wieder an der Spitze“, fügte er hinzu.
Müntefering dankte Co-Parteichef Lars Klingbeil dafür, dass dieser nach der Niederlage bei der Bundestagswahl 2025 Verantwortung übernommen habe. Die SPD müsse für ihre Sozialpolitik kämpfen und dürfe das „nicht auf leisen Sohlen“ tun.
Maischberger: Van Aken schildert eigene Kriegsdienstverweigerung
„Das Problem ist, die Amerikaner haben keinen Plan, sie haben selten einen Plan“, kritisierte Strack-Zimmermann. Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Europaparlament betonte: „Die NATO ist unser Sicherheits-Rückgrat.“ Van Aken konterte: „Dann haben wir einen akuten Bandscheibenvorfall.“
Kontrovers wurde es beim Thema Wehrpflicht. Strack-Zimmermann sprach sich für eine Musterung auch von Frauen aus: „Warum sollen wir 50 Prozent der Bevölkerung nicht mustern?“ Van Aken forderte hingegen, „100 Prozent nicht zu mustern“ und hielt eine bessere Finanzierung des Freiwilligen Sozialen Jahres für effektiver als Zwang.
Der Linken-Chef berichtete von seiner eigenen Kriegsdienstverweigerung und wie er die Musterungskommission mit vorgetäuschten Tränen überzeugt habe. Bei der damals oft gestellten Gewissensfrage, ob er seine Freundin gegen einen bewaffneten Angreifer verteidigen würde, habe er „Tränen bekommen“. „Diese Gewissensbisse ordentlich vorspielen, das hat damals die Kriegsdienstverweigerung gebracht“, erklärte er.


