Rechtsextremismus

Anschläge auf Asylunterkünfte geplant: Teils minderjährige Mitglieder rechter Zelle angeklagt

Acht mutmaßliche Mitglieder der rechtsextremen Zelle „Letzte Verteidigungswelle“ sind angeklagt worden. Den teils minderjährigen Verdächtigen wird versuchter Mord vorgeworfen.

Im Mai waren mehrere mutmaßliche Mitglieder der Gruppe „Letzte Verteidigungswelle“ bei Großrazzien festgenommen worden.
Im Mai waren mehrere mutmaßliche Mitglieder der Gruppe „Letzte Verteidigungswelle“ bei Großrazzien festgenommen worden.Bernd Wüstneck/dpa

Acht teils minderjährige Männer sind im Zusammenhang mit der rechtsextremen Zelle „Letzte Verteidigungswelle“ angeklagt worden. Ihnen wird versuchter Mord, Mitgliedschaft in oder die Unterstützung einer inländischen terroristischen Vereinigung vorgeworfen, teilte die Generalbundesanwaltschaft mit. Sieben der acht Beschuldigten befinden sich bereits seit mehreren Monaten in Untersuchungshaft. Sie waren im Februar und Mai 2025 festgenommen worden. Die Verdächtigen waren damals zwischen 14 und 21 Jahre alt.

Als Mitglieder der Gruppe „Letzte Verteidigungswelle“ hatten die Angeklagten nach Angaben der Generalbundesanwaltschaft Anschläge auf Asylbewerberheime und politisch linke Einrichtungen geplant und bereits durchgeführt. „Die Mitglieder dieser Gruppierung verstehen sich als letzte Instanz zur Verteidigung der ‚Deutschen Nation‘“, erläutert die Generalbundesanwaltschaft. „Ihr Ziel ist es, durch Gewalttaten, vornehmlich gegen Migranten und politische Gegner, einen Zusammenbruch des demokratischen Systems in der Bundesrepublik Deutschland herbeizuführen.“

Mehrere versuchte Brandanschläge auf Asylbewerberunterkünfte

Mindestens einen Brandanschlag hatten die Angeklagten verüben können. So hatten zwei Beschuldigte am 23. Oktober 2024 ein Feuer in einem Kulturhaus in Altdöbern, in Brandenburg, gelegt. Die Personen, die dort zu der Zeit lebten, wurden „lediglich durch Zufall nicht verletzt“, so die Generalbundesanwaltschaft.

Zwei weitere Angeklagte hatten den Angaben zufolge am 5. Januar 2025 versucht, einen Brand in einer Asylbewerberunterkunft in Schmölln, in Thüringen, zu legen. „Dazu schlugen sie ein Fenster ein und versuchten, mit einer Feuerwerksbatterie entzündete Pyrotechnik in das Innere des Gebäudes zu schießen. Ein Feuer brach jedoch nicht aus“, teilte die Generalbundesanwaltschaft mit. Zudem sollen die beiden Männer nationalsozialistische Symbole und Schriftzüge sowie ausländerfeindliche Slogans an die Wände des Hauses gesprüht haben.

Der weitere Versuch eines Brandanschlags auf eine Asylbewerberunterkunft im brandenburgischen Senftenberg konnte durch die Festnahme der Beteiligten verhindert werden.

Zudem sollen vier der Anklagten zwischen August 2024 und Mai 2025 mehrfach Personen angegriffen haben, „die sie für pädophil hielten“, teilte die Generalbundesanwaltschaft weiter mit. „Die Opfer wurden geschlagen und/oder getreten und trugen nicht unerhebliche Verletzungen davon“, hieß es weiter. (mit AFP)