Jahresbericht

Amnesty International: Trump-Regierung befeuert weltweite Menschenrechtskrise

Die Menschenrechtsorganisation sieht einen globalen „Flächenbrand“ und macht die US-Politik mitverantwortlich. Auch die Bundesregierung steht in der Pflicht, klare Kante zu zeigen.

US-Präsident Donald Trump wird von Amnesty International scharf kritisiert.
US-Präsident Donald Trump wird von Amnesty International scharf kritisiert.dpa/Alex Brandon

Amnesty International hat der Regierung von US-Präsident Donald Trump in ihrem Jahresbericht schwere Vorwürfe gemacht. Die Organisation sieht eine globale Menschenrechtskrise und nimmt auch die Bundesregierung in die Pflicht.

Die Menschenrechtsorganisation warf der US-Regierung einen „systematischen Angriff“ auf die Menschenrechte vor. In ihrem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht macht die Organisation „Regierungen, die zunehmend autoritär handeln und systematisch Menschenrechte und die internationale Rechtsordnung infrage stellen“, für die aktuelle weltweite Menschenrechtslage verantwortlich.

Die Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland, Julia Duchrow, sprach von einem „Flächenbrand“, der durch die US-Regierung unter Präsident Donald Trump entfacht worden sei. „Trumps Politik ist ein systematischer Angriff auf die Menschenrechte und gibt weltweit Kräften Auftrieb, die die Menschenrechte missachten“, erklärte sie.

Amnesty International: Besondere Sorge um Lage im Iran

Als Beispiel nennt der Bericht Sanktionen gegen Richter des Internationalen Strafgerichtshofs. Damit untergrabe die US-Regierung internationales Recht und Institutionen, die zum Schutz der Menschenrechte geschaffen worden seien.

Besonders besorgt äußerte sich die Organisation über die Situation im Iran. Die Bewohner des Landes seien derzeit doppelt bedroht. Von außen sei das Land laut Bericht durch den „völkerrechtswidrigen Krieg der USA und Israels“ gefährdet, der das Leben der Zivilbevölkerung eklatant missachte. Von innen drohe ihnen die „blutigste Niederschlagung von Protest seit Jahrzehnten, willkürliche Inhaftierungen und die steigende Zahl von Hinrichtungen“.

Es müsse „alles getan werden, um mögliche Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch die iranischen Behörden zu verhindern“, forderte Duchrow.

Forderungen an die Bundesregierung

Mit Blick auf die weltweite Lage rief Amnesty auch Deutschland zum Handeln auf. Die Bundesregierung dürfe „nicht zur Komplizin autoritärer Regierungen werden“ und müsse „klare Kante bei Völkerrechtsverstößen“ zeigen, erklärte die Organisation. Rechtsverletzungen und Kriegsverbrechen müssten Konsequenzen haben und beim Namen genannt werden. Zugleich müssten zivilgesellschaftliche Handlungsräume in der Bundesrepublik gestärkt werden. (mit AFP)