Das Unternehmen Gallup, eines der führenden Markt- und Meinungsforschungsinstitute mit Sitz in Washington, D.C., hat eine aktuelle Umfrage über die Einstellung der Ukrainer zum Krieg und zu möglichen Friedensverhandlungen veröffentlicht, die am 19. November 2024 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. In einem auf der Website von Gallup publizierten Text zur Umfrage heißt es: „Nach mehr als zwei Jahren zermürbenden Konflikts sind die Ukrainer des Krieges mit Russland zunehmend überdrüssig. In den jüngsten Umfragen von Gallup in der Ukraine, die im August und Oktober 2024 durchgeführt wurden, wünschen sich durchschnittlich 52 Prozent der Ukrainer, dass ihr Land so bald wie möglich ein Ende des Krieges aushandelt. Fast vier von zehn Ukrainern (38 Prozent) glauben, dass ihr Land bis zum Sieg weiterkämpfen sollte.“ 2023 waren noch 63 Prozent der Befragten laut Gallup der Meinung, dass die Ukraine weiterkämpfen solle.
Weiter heißt es in dem Text zur Studie: „Die derzeitige Einstellung der Ukrainer zum Krieg hat sich im Vergleich zum Beginn des Krieges Ende Februar 2022 entscheidend verändert. Bei einer Umfrage in den Monaten nach dem Beginn der russischen Invasion (...) zogen es 73 Prozent der Ukrainer vor, bis zum Sieg zu kämpfen.“
Die aktuelle Umfrage zeigt regionale Unterschiede. Man sieht etwa, dass die Ukrainer, die näher an der Front wohnen, auch eher verhandeln wollen. Während in der Region um die Stadt Lviv herum (im Westen der Ukraine) 43 Prozent weiterkämpfen wollen, wollen dies in der Region im Charkiw herum (im Osten der Ukraine) nur 27 Prozent.
In der aktuellen Auswertung der Meinungsumfrage heißt es, dass 52 Prozent der Ukrainer bereit seien, bei Friedensverhandlungen auf Territoriumsansprüche zu verzichten. Die Mehrheit der Befragten möchte, dass Friedensverhandlungen von einem EU-Staat oder Großbritannien angeführt werden (und nicht von den USA).

