Kündigungswelle

Nach Forderung nach höherem Spritpreis: ADAC-Chef Hillebrand tritt zurück

Mit einem Interview sorgte der Verkehrspräsident zuletzt für Aufsehen. Wütende Mitglieder und eine Austrittswelle waren die Folge.

Der Verkehrspräsident des ADAC ist zurückgetreten.
Der Verkehrspräsident des ADAC ist zurückgetreten.imageBROKER/Frank Schneider/imago

Der Chef des ADAC, Gerhard Hillebrand, ist von seinem Amt als Verkehrspräsident zurückgetreten. Wie der Automobilclub am Montag mitteilte, zieht er damit die Konsequenz aus Interviewäußerungen, die zum Jahreswechsel zu erheblichen Irritationen bei Mitgliedern sowie zahlreichen Beschwerden und Kündigungen geführt hatten.

Mit seinem Schritt übernehme Hillebrand persönlich Verantwortung für den „entstandenen Reputationsschaden“. Er sei zu der Überzeugung gekommen, „dass es im Interesse des ADAC und seiner Glaubwürdigkeit richtig ist, daraus persönliche Konsequenzen zu ziehen“, so Hillebrand.

Hillebrand bedauert Äußerungen zu Spritpreisen

Er bedauere, „dass seine Äußerungen Mitglieder verunsichert und verärgert sowie Glaubwürdigkeit gekostet haben“, heißt es in der Mitteilung des ADAC weiter.

In einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung Ende Dezember sagte Hillebrand, der Ladestrom müsse billiger werden, statt auf Kaufanreize für Elektroautos zu setzen. Diesel und Benzin hingegen würde der ADAC-Chef verteuern. Der geplante CO₂-Preis sei „das richtige Instrument“. Nur wenn der Ladestrom günstiger als der Sprit werde, komme die E-Mobilität in Gang.

Die Forderungen von Hillebrand sorgen für Wirbel. In den sozialen Medien veröffentlichen mehrere Menschen die Kündigung ihrer Mitgliedschaft in dem Automobilclub.

Gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe sagte Hillebrand einige Tage nach dem Interview mit der NOZ: „Der ADAC ist nicht pauschal und losgelöst von anderen Maßnahmen für höhere Spritpreise“. Weiter hieß es seitens des Automobilclubs: „Wir verstehen, dass die Berichterstattung zum Thema CO₂‑Preis bei vielen Menschen Fragen und Sorgen ausgelöst hat“. Die Aussage, dass der CO₂-Preis grundsätzlich ein mögliches Instrument sein könne, um die Reduktion klimaschädlicher Emissionen zu unterstützen, sei in Teilen der Berichterstattung verkürzt wiedergegeben worden. Dabei sei der Eindruck entstanden, der ADAC befürworte pauschale Kraftstoffverteuerungen.