Arbeitskampf in Berlin

Tarifstreit bei Vivantes: Verdi ruft zum Warnstreik auf

Die Gewerkschaft kündigt eine Arbeitsniederlegung für den 9. Februar an. Ziel ist der TVöD für die Tochterfirmen. Vivantes verweist auf die wirtschaftlich schwierige Lage.

Die Notaufnahme im Auguste-Viktoria-Klinikum von Vivantes
Die Notaufnahme im Auguste-Viktoria-Klinikum von VivantesMaurizio Gambarini/imgo

Der Tarifstreit beim Berliner Klinikkonzern Vivantes spitzt sich zu. An diesem Dienstag endete die zweite Verhandlungsrunde ohne Ergebnis. Die Gewerkschaft Verdi fordert für die Beschäftigten der Tochterunternehmen von Vivantes den Tarifvertrag öffentlicher Dienst (TVöD). Das Management des kommunalen Krankenhausunternehmens verweist auf die schwierige wirtschaftliche Lage und bietet eine schrittweise Anhebung der Gehälter bis 2030 an.

Verdi ruft nun für den 9. Februar zum Warnstreik auf. In einer Mitteilung von Dienstagnachmittag heißt es, man erwarte, „dass Vivantes in den kommenden Verhandlungen am 10. Februar 2026 endlich ein ernst zu nehmendes Angebot vorlegt, das den Weg zur vollständigen Gleichstellung und zur Anwendung des TVöD für alle Beschäftigten ebnet“. Der TVöD gilt derzeit nur im Mutterkonzern.

Verdi: „Zwei-Klassen-Belegschaft“ bei Vivantes

Die amtierende Berliner Senatskoalition habe den Beschäftigten ein Ende der Zwei-Klassen-Belegschaft und die Rückführung der Vivantes-Töchter in den Konzern versprochen, erklärt Verdi weiter. Vivantes befindet sich zu 100 Prozent im Besitz des Landes Berlin. Das Management hat dem Unternehmen nach einem Rekorddefizit von 146 Millionen Euro im Jahr 2024 einen harten Sanierungskurs verordnet. Demnach soll das jährliche Minus bis 2029 um 110 Millionen Euro sinken.