Ein Nachmittag in Lichtenrade im Süden Berlins – die Dämmerung ist längst hereingebrochen. Milchiges Winterlicht liegt über den Straßen, die Luft riecht nach einer Mischung aus Glühwein, Tannengrün und nassem Asphalt. Es ist kurz vor Heiligabend, und entgegen aller Vorsätze, es in diesem Jahr „ruhiger angehen“ zu lassen, hat der vorweihnachtliche Stress die Berliner mal wieder fest im Griff.
Hunderte Menschen schieben sich über die völlig überfüllten Weihnachtsmärkte, treffen sich ein letztes Mal mit Freunden und Kollegen, bevor es in den Winterurlaub an den Strand oder in die Alpen geht. Andere eilen mit großen Tüten über die rutschigen Gehwege, dazwischen Paketboten, die mit ihren Lieferwagen kreuz und quer parken. Vor Weihnachten, dem Fest der Liebe, liegen die Nerven blank. Der Ton wird schärfer, die Menschen ruppiger. Kein Wunder, könnte man sagen. Dit is eben Berlin, wa?

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