Abkühlung

Wetterwechsel in Berlin und Brandenburg: Temperaturen fallen in den einstelligen Bereich

Das Frühlingswetter legt eine Pause ein. Nach Sonnenschein-Rekord drohen Frost und Trockenheit. Meteorologe sieht Anzeichen von Dürre und empfiehlt Geduld beim Bepflanzen.

Die Frühlingsgefühle werden Mitte der Woche kurzzeitig eingetrübt.
Die Frühlingsgefühle werden Mitte der Woche kurzzeitig eingetrübt.IMAGO/Christian Spicker

Berlin und Brandenburg haben im März so viel Sonne abbekommen wie kein anderes Bundesland – doch die milde Phase geht vorerst zu Ende. Ab Mitte der Woche kühlt es spürbar ab, und in ländlichen Gebieten sind sogar Nachtfröste möglich. Gleichzeitig bereitet die anhaltende Trockenheit in der Region Sorgen.

Bis einschließlich vergangenen Samstag wurden in Berlin und Brandenburg rund 160 Sonnenstunden im März gemessen, wie ARD-Meteorologe Torsten Walter erklärte. Damit liegen beide Bundesländer deutlich über dem langjährigen Durchschnitt der Referenzperiode 1991 bis 2020. Der Monat könnte laut Walter sogar einen neuen statistischen Rekord aufstellen. Klimatologisch betrachtet falle der März „etwas zu mild oder vielleicht auch deutlich zu mild" aus, so der Wetterfachmann.

Am vergangenen Sonntag zeigte sich das Wetter noch von seiner freundlichen Seite: Vielerorts schien die Sonne bei 16 Grad, Krokusse, Schneeglöckchen und Osterglocken blühten, und in den Parks wurde die erste Kugel Eis genossen.

Ab Mittwoch Abkühlung mit Schnee und Graupel möglich

Der Wochenstart bringt laut Walter noch trockenes Wetter mit viel Sonnenschein und Temperaturen zwischen 14 und 18 Grad. Ab Mittwoch jedoch rutschen die Werte in den einstelligen Bereich. Schauer sind möglich, in die sich auch Schnee, Graupel oder sogar Graupelgewitter mischen können. Nachts wird es besonders in ländlichen Gegenden frostig – bis zu minus drei Grad sind möglich.

Walter empfiehlt daher den sogenannten Zwiebel-Look für die frühen Morgenstunden. Gartenbesitzern rät der Meteorologe ausdrücklich zur Geduld: „Bis in den April hinein, unter Umständen bis zu den Eisheiligen" – also dem Zeitraum vom 11. bis 15. Mai – sollte nichts nach draußen gestellt werden, was frostempfindlich ist.

Trockenheit bereitet Sorgen – stellenweise extreme Dürre

Die vielen Sonnenstunden haben eine Kehrseite: In den oberen wie unteren Bodenschichten bis zu 180 Zentimeter Tiefe ist es nach Angaben von Walter „meist deutlich zu trocken". Die Bodenfeuchte-Werte des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeigten zwar noch recht gute Zahlen, doch regional gebe es erhebliche Unterschiede.

„Besonders trocken ist es im Berliner Raum und auch im Südwesten und Nordosten von Brandenburg. Da ist teilweise sogar eine extreme Dürre zu verzeichnen, während es in der Prignitz etwas moderater zugeht", erläuterte Walter unter Verweis auf Daten des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ).

Wie sich das Jahr insgesamt in Sachen Dürre entwickelt, lasse sich derzeit nicht eindeutig vorhersagen. Die Kombination aus vielen Sonnenstunden und wenig Niederschlag sei jedoch „alles keine guten Voraussetzungen, um ins neue Vegetationsjahr zu starten", so der Meteorologe. Falle Regen auf den ausgetrockneten, harten Boden, dringe er nicht bis in tiefere Schichten ein, sondern werde weitgehend von den Pflanzen aufgenommen. Die Grundwasserbildung komme dadurch nicht hinterher.

Sollten auch April, Mai und Juni zu trocken ausfallen, „bedeutet das für den Sommer nichts Gutes", warnte Walter – wollte sich aber noch nicht endgültig festlegen.