So viel Schnee lag in Berlin zuletzt vor mehr als einem Jahrzehnt: Der vergangene Winter war laut Deutschem Wetterdienst (DWD) der schneereichste seit 2012. An insgesamt 30 Tagen war die Hauptstadt von einer geschlossenen Schneedecke bedeckt – ein Wert, der in den vergangenen 14 Jahren nicht erreicht wurde.
Trotz der ungewöhnlichen Schneemassen bewegten sich die Temperaturen nahe am langjährigen Durchschnitt. Die mittlere Wintertemperatur lag bei 0,8 Grad und damit nur knapp über dem Referenzwert von 0,5 Grad, der sich aus dem Zeitraum 1961 bis 1990 ergibt. In diese Berechnung fließen sowohl Tag- als auch Nachttemperaturen ein.
Kälteste Temperatur von minus 14,1 Grad
Den kältesten Tag des Winters verzeichnete Berlin am 12. Januar: Am Flughafen BER sank das Thermometer auf minus 14,1 Grad. Nur wenige Wochen später, gegen Ende Januar, stiegen die Temperaturen dann auf frühlingshafte 18 Grad. Der Deutsche Wetterdient (DWD) weist darauf hin, dass die Werte der letzten beiden Februartage auf Prognosen basieren, da der meteorologische Winter bereits am 28. Februar endet.
Brandenburg war im bundesweiten Vergleich mit einem Gebietsmittel von 0,5 Grad das kälteste Bundesland. Die Sonne zeigte sich in Berlin insgesamt 195 Stunden lang.
Viel Schnee, aber zu wenig Niederschlag
Trotz der eindrucksvollen Schneemengen fällt die Niederschlagsbilanz des Winters ernüchternd aus. Wie der DWD mitteilte, betrug die Niederschlagssumme rund 85 Liter pro Quadratmeter – das entspricht einem Defizit von 35 Prozent gegenüber dem langjährigen Durchschnitt von 131 Litern pro Quadratmeter.
Dass viel Schnee nicht automatisch viel Niederschlag bedeutet, liegt daran, dass Schnee im Vergleich zu Regen deutlich weniger Wasser enthält: Mehrere Zentimeter Schnee ergeben geschmolzen oft nur wenige Millimeter Wasser. Der schneereiche Winter konnte das Niederschlagsdefizit daher nicht ausgleichen.


