Kulturpolitik

„Das Gorki hat kein Defizit“: Die Kultursenatorin gibt Entwarnung

Dank der Rücklagen und Mehreinnahmen rechnet das Gorki, anders als in Medienberichten befürchtet, mit einer schwarzen Null. Sarah Wedl-Wilson erklärt die Rechnung vor dem Kulturausschuss.

Die Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson
Die Kultursenatorin Sarah Wedl-WilsonImago

In Reaktion auf Medienberichte zu einem Defizit von 1,9 Millionen Euro im 2025er-Wirtschaftsplan des Gorki-Theaters hat die Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson vor dem Kulturausschuss Entwarnung gegeben. Von einem Defizit im eigentlichen Sinne könne nicht die Rede sein, die Mehrausgaben seien gedeckt durch Rücklagen in Höhe von gut zwei Millionen Euro, „die die jetzige Intendantin Shermin Langhoff mit ihrem Geschick aufgebaut hat und die sie einsetzen wird in den letzten Monaten ihrer letzten Spielzeit“. Das Gorki wird ab der kommenden Spielzeit von Çağla Ilk geleitet.

Die letzten Reserven

Das Haus verfüge darüber hinaus über Rückstellungen in Höhe von 950.000 Euro. „Mit diesen Rücklagen haben wir in 2025 eine schwarze Null, und die werden wir auch im Jahr 2026 haben“, sagte Wedl-Wilson. Auch der Vorbereitungsetat für die kommende Intendanz von 250.000 Euro ist demnach gesichert.

Die neuen, höheren Zahlen, die für Alarm gesorgt hatten, sind allerdings nicht nur mit dem erhöhten Bedarf einer Abschiedsspielzeit zu erklären, sondern vor allem durch die von der Regierungskoalition im dritten Nachtragshaushalt um eine Million gekürzten Zuwendungen für das Haus. Nimmt man die Mehreinnahmen im Jahr 2025 durch erhöhte Ticketeinnahmen (439.000 Euro) und Drittmittel (1,289 Millionen Euro) hinzu, kann man erahnen, vor welche Herausforderungen die neue Intendanz gestellt wird, die weder auf Rücklagen zurückgreifen noch ohne weiteres mit solchen Mehrreinnahmen rechnen kann, aber dennoch mit dem gekürzten Etat auskommen muss.