HipHop

Berliner Rapperin Ikkimel: Kam es zu einer Massenpanik bei ihrem 1.-Mai-Konzert?

Die Rapperin Ikkimel aus Berlin-Tempelhof ist spätestens seit ihrem Debüt-Album „Fotze“ ein Star. Nun forderte sie in Kreuzberg die 4-Stunden-Woche. Nicht alle fühlten sich dabei wohl.

Ikkimel-Fans unweit des Kreuzberger Mariannenplatzes
Ikkimel-Fans unweit des Kreuzberger MariannenplatzesFabian Sommer/dpa

Gut 9000 Menschen sollen am Mariannenplatz gewesen sein, als Ikkimel ihr 20-minütiges Set gespielt hat. Das Kreuzberger Kurz-Konzert der Berliner Rapperin zum 1. Mai, organisiert von der Partei Die Linke, stand im Zeichen des politischen Protests. „Niemand von uns arbeitet heute – und das ist auch gut so“, soll Ikkimel vor ihrem Berliner Publikum gerufen haben. So berichten es die Online-Ausgaben der Musikmagazine Musikexpress und Rolling Stone.

„Ich bin für die Vier-Stunden-Woche und mehr Gehalt“, soll Ikkimel demnach auch postuliert haben. Und dass sie es wichtig finde, dafür zu kämpfen. Vier-Stunden-Woche, das klingt überzogen, untertrieben, plakativ. Aber genau dafür ist Ikkimel ja auch in ihren frechen Rap-Texten bekannt – für die sie von ihren Fans gefeiert wird. Also typisch Attitüde Ikkimel.

Am Mai-Feiertag war Ikkimels Publikum allerdings nicht rundum glücklich mit den Umständen der Performance. Zumindest geht das aus Reaktionen im Netz, etwa aus TikTok-Videos, hervor. Tenor: Der Mariannenplatz sei überfüllt gewesen, was zu teilweise kritischen Situationen geführt habe. Die drückenden Menschenmassen hätten bei manchen Besuchern sogar panische Reaktionen ausgelöst.

„Man kam nicht mehr raus“, heißt es im Statement einer TikTokerin aus Berlin. „Vor mir haben Leute geschrien, hinter mir haben Leute geschubst.“ Sogar von „Massenpanik“ ist bei anderen die Rede. Auch der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) hat über die Vorwürfe berichtet. Eine „sichtbare panische Reaktion vor der Bühne“ hätte das RBB-Reporterteam vor Ort zwar nicht beobachten können; allerdings habe es sehr wohl eine „dicht gedrängte Menschenmenge“ vor Ort gegeben, aus der während des Konzerts kaum schnelle Auswege bestanden haben sollen.

„Sofort von den anwesenden Sanitätern versorgt“

Offizielle Reaktionen auf die mutmaßlichen Missstände gibt es zweierlei: vom Veranstalter Die Linke einerseits und von der Berliner Polizei zum anderen. Die Partei Die Linke, die das Ikkimel-Polit-Konzert im Rahmen ihres Mariannenplatzfestes zum 1. Mai veranstaltet hatte, teilte dem RBB mit, es habe mehrere leichte Fälle von Unwohlsein gegeben. Während der kompletten Veranstaltung sei man zudem mit der Polizei im Austausch gewesen. Das Sicherheitskonzept sei bereits im Vorfeld in Erwartung größerer Menschenmassen angepasst worden, werde nun im Nachklapp aber nochmals ausgewertet.

Tatsächlich war Ikkimels Erscheinen erst wenige Stunden im Voraus bekannt geworden – und hatte dann offenbar für einen entsprechenden Ansturm von Fans gesorgt. Zuvor war lediglich von einem „Secret Act“ die Rede gewesen. Wegen des Auftritts von Ikkimel, so heißt es von Die Linke, habe man die Zahl der Ordner im Vergleich zu den Vorjahren wesentlich erhöht, Schutzgeländer an der Bühne aufgebaut, einen professionellen Sicherheitsdienst eingesetzt, das Awareness-Team vergrößert und früh mit der Polizei ein Sicherheitskonzept abgestimmt, so die Partei. Die Personen, die über Unwohlsein geklagt hätten, seien „sofort von den anwesenden Sanitätern versorgt“ worden.

In den Worten der Berliner Polizei stellt sich alles sogar noch ein bisschen harmloser dar: Sie teilte laut RBB mit, ihr seien keine Vorfälle bekannt, das Konzert sei „störungsfrei“ verlaufen. Die Polizei beobachtete eigenen Angaben zufolge das Gesamtgeschehen aus erhöhter Position und war darüber hinaus mit Lautsprecherwagen vor Ort, von denen aus mehrfach Ansagen gemacht worden sein sollen, mit der Bitte, Kreuzungsbereiche am Platz frei zu halten.

Eine schriftliche Anfrage der Berliner Zeitung an die Polizei mit Fragen zu Details rund ums Konzert blieb bislang unbeantwortet.