Nadja Küchenmeister erhält den Peter-Huchel-Preis 2026. Gewürdigt wird insbesondere ihr Langgedicht „Der Große Wagen“, das im vergangenen Jahr bei Schöffling erschienen ist. Das teilt der SWR mit, der die Auszeichnung zusammen mit dem Land Baden-Württemberg vergibt.
Der Preis wird seit 1984 für ein herausragendes lyrisches Werk des vergangenen Jahres verliehen. Damit wird an den Dichter Peter Huchel (1903–1981) erinnert, den langjährigen Chefredakteur der Literaturzeitschrift Sinn und Form. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis ist eine der wichtigsten Auszeichnungen, die man im deutschsprachigen Raum für Lyrik bekommen kann.
Willkommen und Abschied
Nadja Küchenmeister, 1981 in Ost-Berlin geboren, studierte zunächst an der TU Berlin, dann am Deutschen Literaturinstitut Leipzig, heute lebt sie in Berlin. Sie veröffentlichte bereits vier Gedichtbände, für „Der Große Wagen“ wurde sie auch mit dem Bettina-Brentano-Preis geehrt.
In der Jury-Begründung werden die Orte in ihrem Langgedicht so interpretiert: „Das Wuhletal steht für den Abschied von den Eltern. Köln inszeniert die Dichterin als transitorischen Berufsort, der sich als stetes Willkommen und Abschied definiert. Lissabon, als wäre es die Stadt eines bis heute nachhallenden Erdbebens, wird zum Schauplatz einer Liebe, die auf unergründliche Weise aus den Fugen gerät.“ Ihr Stil wird „prägnant, eindringlich, anspielungssicher und präzise“ genannt.


