Lieber Philipp Türmer, am Dienstagabend saßen sie als Juso-Chef in der Talkshow von Markus Lanz und haben die deutsche Sozialdemokratie mit dem Buckelwal Timmy verglichen, der aktuell in der Ostsee herumirrt. „Manchmal erinnert meine Partei mich an diesen Wal“, haben Sie gesagt. „Wir machen ein Fehler nach dem anderen und lernen aber nicht daraus, machen immer wieder das Gleiche.“
Sie haben recht: Der SPD geht es gerade beschissen. Ihre Partei steht in aktuellen Umfragen teilweise bei nur zwölf Prozent. Sie verliert Landtagswahl nach Landtagswahl, hat nach 35 Jahren den Posten des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten abgeben müssen und ihre Wähler rennen in Scharen zur AfD.
Beim Wal gibt’s noch Hoffnung – anders als bei der SPD
Auch dem Buckelwal Timmy geht es nicht gut. Er irrt seit Tagen orientierungslos in der Ostsee umher, steckt auf Sandbänken fest, kämpft sich frei, steckt dann wieder fest. Meeresbiologen haben dem Wal schon vor Tagen eine Hautkrankheit attestiert – und trotzdem kämpft der Wal unerbittlich weiter. Es ist ein bisschen wie bei Sisyphos, der den Fels auf die Spitze des Berges hievt und dazu verdonnert ist, immer wieder von vorne anzufangen.
Lieber Philipp Türmer, bitte hören Sie auf, einen unschuldigen Wal in die Geschichte vom Niedergang der SPD mit reinzuziehen! Die SPD ist doch gar nicht wie der Buckelwal Timmy. Beim Wal gibt es noch Hoffnung, dass er sich freischwimmt und aus der verschachtelten Ostsee seinen Weg in den Atlantik findet. Es wird zwar schwer werden, und die Experten rechnen Timmy wenig Hoffnung zu, aber trotzdem hofft ganz Deutschland, dass dem Buckelwal dieses Wunder gelingen mag.


