Der Schauspieler, Autor und Fernseh-Entertainer Hape Kerkeling blickt in einem Interview anlässlich des Filmstarts von „Extrawurst“ mit t-online selbstkritisch auf seine Karriere zurück. Er bedauert, früher mögliche Diskriminierungen in seinen Pointen nicht vermieden zu haben. „Ich hätte mehr darauf achten müssen, dass sich überhaupt keine Diskriminierung in meiner Kunst findet“, so Kerkeling. Manche Gags und Figuren würden heute so nicht mehr entstehen.
Der 59-Jährige bringt seinen Anspruch, sensibler mit anderen umzugehen, Grenzen zu respektieren und niemanden herabzusetzen, so auf den Nenner: „Es wird immer so geschimpft auf die sogenannte Wokeness. Ich möchte hier mal eine Lanze für die Wokeness brechen. Wokeness heißt nichts anderes, als dass wir alle sensibler werden für unser Gegenüber und darauf achten, die Grenze des anderen einzuhalten, ihn zu respektieren, nach Möglichkeit nicht zu diskriminieren. Und wenn ich mir alte Sketche von mir anschaue, habe ich diesen Pfad manchmal zwar nicht dramatisch, aber doch ein wenig verlassen.“
Kritisch äußert sich Kerkeling zur aktuellen Debattenkultur. „Abstruse Thesen, Lügen, Unwahrheiten, Fake News – all das gefällt mir gar nicht“, sagt er. Falschaussagen würden zunehmend als bloße Meinungen ausgegeben. Als öffentliche Person sieht er sich dennoch in der Pflicht, Haltung zu zeigen: „Jeder Staatsbürger ist dazu verpflichtet.“


