Tolstois „Krieg und Frieden“ gehört zu den am meisten nicht-gelesenen Romanen der Weltliteratur – wegen seiner schieren Größe von rund 2000 Seiten, auf denen er ein Gesellschaftspanorama während der napoleonischen Kriege Anfang des 19. Jahrhunderts entfaltet, mit vielen menschlichen Details, Differenzierungen und Zwischentönen. „Krieg und Frieden“ heißt jetzt auch ein sogenannter „Bühnenessay über Russland, die Ukraine und die Wehrpflicht“, der in Kooperation mit dem Recherche- und Faktencheck-Netzwerk Correctiv am Schauspiel Köln entstanden ist. Alles, was das eine Lager an Faktencheckern immer schon super und das andere furchtbar fand, kommt an diesem Abend auf der Bühne zum Tragen.
„Hallo! Ich bin Calle Fuhr und ich erzähle Geschichten“, begrüßt Calle Fuhr auf seiner Homepage. „Das mache ich vor allem auf Bühnen – mal als Speaker, mal als Regisseur, mal als Autor und manchmal mache ich das alles auf einmal.“ Bei der neuen Produktion des Schauspiels Köln, das in Zukunft vermehrt auf ein Bündnis aus Theater und Journalismus und damit die Zusammenarbeit mit Correctiv setzen möchte, macht Calle Fuhr alles auf einmal. Er bestreitet rund 100 Minuten im Alleingang und seinen Bühnenessay könnte man auch Bühnen-Podcast, Live-Hörbuch oder Ted-Talk nennen – marketingtechnisch wäre das wahrscheinlich sogar klug, um ein junges Publikum zu gewinnen.

Mit einem Abo weiterlesen
- Zugriff auf alle B+ Inhalte
- Statt 9,99 € für 2,00 € je Monat lesen
- Jederzeit kündbar
Sie haben bereits ein B-Plus? Melden Sie sich an
Doch lieber Print? Hier geht's zum Abo Shop
