Krankenkassen

Milliarden-Streit: Krankenversicherte tragen immer noch Bürgergeld-Kosten

Finanzminister Klingbeil weigert sich, die GKV von allen versicherungsfremden Leistungen zu befreien. Es geht um 58 Milliarden Euro. Warum bleiben ausgerechnet Beamte außen vor?

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) steht wegen ihres GKV-Sparprogramms in der Kritik. Die eigentliche Reform steht noch aus.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) steht wegen ihres GKV-Sparprogramms in der Kritik. Die eigentliche Reform steht noch aus.imago

Die finanzielle Dimension ist beachtlich: Allein in Berlin beziehen etwa 450.000 Menschen Bürgergeld. In ganz Deutschland sind es ungefähr 5,5 Millionen. Pro Empfänger der sozialen Grundsicherung entrichtet der Staat rund 133 Euro monatlich an die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Die tatsächlichen Kosten liegen zwei- bis dreimal so hoch. Für die Differenz kommen die Beitragszahler auf. Zehn Milliarden Euro macht das Berechnungen zufolge aus.

Eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe wird lediglich einem Teil der Bevölkerung übertragen. Kritik daran regt sich schon länger. Doch wie seine Vorgänger weigert sich auch Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD), die Ungerechtigkeit zu beenden. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) wiederholte am Wochenende das Argument der Bundesregierung, die Haushaltslage lasse dies nicht zu.

Berliner Zeitung

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