Flutkatastrophe

„Vielleicht hätten wir vor Merkels Besuch mehr aufräumen sollen?“

Die Menschen im Ruhrgebiet, sie halten wirklich zusammen. Bericht aus einer Gegend, die jetzt in einer Reihe mit Indonesien und Bangladesch genannt werden wird.

Mustafah Abdulaziz

Sie sollen sich das einmal vorstellen wie eine Sandburg, sagt Elmar Mettke zu zwei Fernsehjournalistinnen des US-Senders ABC. „Wie eine Sandburg an der Nordsee.“ Obwohl Mettke ein auffallend schönes Englisch spricht, ist nicht klar, ob die beiden Frauen wissen, wie ein „sand castle at the north sea“ aussieht. Mettke fährt fort: „Wenn Sie neben dieser Sandburg während der Ebbe einen Graben ausheben und dann kommt die Flut, dann läuft dieser Graben erst voll und irgendwann…“ Er macht eine Pause, zeigt mit seinen beiden Händen den Graben in der Luft und deutet mit den Fingern an, wie etwas bröckelt. Die beiden Frauen nicken höflich. „Naja, die Burg stürzt dann einfach ins Wasser.“ Aber das wisse man hier eben noch nicht. „Die Wissenschaftler müssen jetzt herausfinden, ob der Ort Blessem so wie die Sandburg reagiert.“

Berliner Zeitung

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