Berlin-Als die Alternative für Deutschland im Herbst 2017 zum ersten Mal in den Bundestag einzog, ging unter den übrigen Parteien die Angst um. Man fürchtete, dass es der AfD gelingen könnte, einen Märtyrerstatus zu erlangen und damit weitere Bürger für sich zu gewinnen. Damals war die AfD aus dem Stand zur größten Oppositionspartei geworden. Besonders unter Unions-, FDP- und Linken-Politikern, in deren Reihen es für manche Positionen der AfD inhaltliche Schnittmengen gibt, befürchteten Abgeordnete eine solche Dynamik. 73 Prozent der Deutschen sprachen sich in einer Emnid-Umfrage dafür aus, die AfD wie jede andere Partei zu behandeln. Die politische Konkurrenz wollte unbedingt den Eindruck vermeiden, sie versuche die Neuzugänge durch prozedurale Winkelzüge auszumanövrieren. Dann könnte die AfD nämlich noch größeren Zulauf erfahren. Das sollte verhindert werden.

Mit einem Abo weiterlesen
- Zugriff auf alle B+ Inhalte
- Statt 9,99 € für 2,00 € je Monat lesen
- Jederzeit kündbar
