Energie aus Russland

Bulgarien und Rumänien wollen russische Raffinerien vor US-Sanktionen schützen

Bulgarien und Rumänien kämpfen gegen US-Sanktionen auf Lukoil-Raffinerien. Beide Länder fürchten Treibstoffengpässe ab dem 21. November. Doch steht dahinter mehr?

Lukoil-Tankstelle nahe Bukarest.
Lukoil-Tankstelle nahe Bukarest.Lucian Alecu

Bulgarien und Rumänien versuchen, Raffinerien des russischen Ölkonzerns Lukoil auf ihrem Staatsgebiet vor drohenden US-Sanktionen zu schützen, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten. Die Sanktionen gegen Lukoil und Rosneft sollen am 21. November in Kraft treten.

Das bulgarische Parlament verabschiedete am Freitag ein Gesetz, das der Regierung weitreichende Befugnisse zur Verwaltung der Lukoil-Raffinerie in Burgas einräumt, einschließlich einer möglichen Verstaatlichung. Ziel ist es, den Betrieb und die Treibstoffversorgung des Landes auch unter Sanktionen aufrechtzuerhalten. Die Raffinerie deckt bis zu 80 Prozent des bulgarischen Treibstoffbedarfs.

Auch Rumänien steht vor ähnlichen Herausforderungen mit seiner Lukoil-Raffinerie in Ploiesti, die rund 20 Prozent des Treibstoffs im Land liefert. Laut Politico erwägt Bukarest, eine vorübergehende Ausnahme der Raffinerie von den Sanktionen zu beantragen. Eine Verstaatlichung wird als letztes Mittel in Betracht gezogen.

Experten warnen, dass eine Stilllegung der Raffinerien schwerwiegende Folgen für die lokalen Volkswirtschaften hätte. In Rumänien würde dies zu Engpässen und Preissteigerungen führen. Zudem käme die Treibstoffversorgung der Republik Moldau zum Erliegen, was laut Marktanalystin Ana Otilia Nutu eine „riesige PR-Chance für Russland“ wäre.

Bulgarien hatte die USA bereits Ende Oktober gebeten, Lukoil von den Sanktionen auszunehmen. Der Kreml bezeichnete die US-Maßnahmen als schädlich für den Welthandel, da Lukoil ein bedeutender Akteur auf dem globalen Markt sei. Eine geplante Übernahme der Lukoil-Auslandsaktiva durch den Rohstoffhändler Gunvor scheiterte am Veto der US-Behörden.