Dieses Wochenende muss sich wohl niemand die Frage stellen, wie sich die Langeweile am besten vertreiben lässt: Schließlich steht bereits das 22. Gallery Weekend an. Das bedeutet, dass Sie in der ganzen Stadt in Galerien stolpern und zeitgenössische Kunst entdecken können, denn über 80 Künstlerinnen und Künstler präsentieren ihre Arbeiten in insgesamt 66 Locations. Damit Sie bei dieser beeindruckenden Vielfalt nicht den Überblick verlieren, haben wir einige Highlights für Sie herausgesucht, die über das offizielle Programm hinausgehen.
Für die Champagnerlaune: Ruinart Champagne & Art Bar
Kunst zu begutachten, macht mit einem Glas Champagner in der Hand gleich noch mehr Freude. Passend zum Gallery Weekend lädt das namhafte Haus Ruinart – das älteste noch aktive Champagnerhaus der Welt – in das Palais Populaire für Kunst und Prickelndes ein.

Seit 2008 pflegt das Haus die Tradition, internationale Künstlerinnen und Künstler einzuladen und die Vision von Ruinart kreativ zu interpretieren. In diesem Jahr erhielt der in Paris lebende Japaner Tadashi Kawamata die Gelegenheit dazu. Bekannt ist er für seine beeindruckenden In-Situ-Installationen, also Kunstwerke, die direkt „vor Ort“ für einen ganz bestimmten Raum geschaffen werden und eine untrennbare Verbindung mit ihrer Umgebung eingehen. Besucherinnen und Besucher dürften sich wohl auf eine Installation freuen, die die Architektur des Palais auf völlig neue Weise inszeniert und dabei seine Kunstreihe „Conversations with Nature 2026“ fortführt.
Ruinart Champagne & Art Bar im Palais Populaire, Unter den Linden 5, Berlin-Mitte. 30. April bis 3. Mai, 13–21 Uhr. Der Eintritt für die Ausstellung ist kostenlos. Ein Champagnertasting können Sie sich für 40 Euro p.P. unter www.ruinart.com buchen.
Von Geschäft zur Galerie: Kunst bei William Fan
Dass der Berliner Designer William Fan ein besonderes Gespür für das Kuratieren besitzt, ist kein Geheimnis. Wer seinen Laden, den Fan Plaza in Mitte, betritt, findet zwischen seinen Designs auch handverlesene Reise-Fundstücke – von originellen Schlüsselanhängern bis zu Kleinigkeiten für das eigene Zuhause. Zum Gallery Weekend findet dieser gestalterische Blick nun eine Fortsetzung: Das Geschäft wird zur temporären Galerie umfunktioniert. Mit seinem grün-marmorierten Boden, den Chrome-Details und den Spiegelwänden bietet der Raum die ideale Bühne für zeitgenössische Werke.

In einer auf vier Tage limitierten Ausstellung zeigt Fan Arbeiten von Studierenden aus dem Kurs von Monica Bonvicini, der italienischen Künstlerin und Professorin für Bildhauerei. Die Präsentation umfasst Skulpturen, Fotografien und Installationen von Jolyon Jones, Pia Li Grau und Sonnhild Schietzel.
Vernissage im Fan Plaza. Große Hamburger Str. 25, 10115 Berlin. 1. Mai 11–17 Uhr, 2. Mai 12–19 Uhr, 3. Mai 11–17 Uhr. www.instagram.com
Digitalkunst von Beeple erstmals in Deutschland
Zum Gallery Weekend Berlin 2026 zeigt die Neue Nationalgalerie mit „Regular Animals“ erstmals eine Arbeit des US-amerikanischen Digitalkünstlers Beeple in Deutschland. Die interaktive Installation verbindet digitale Kunst, Künstliche Intelligenz und Robotik zu einer begehbaren Umgebung. Wer sich für aktuelle Kunst an der Schnittstelle von Technologie und Gesellschaft interessiert, findet hier einen spannenden Stopp.

Zu sehen sind autonome Roboterhunde mit Köpfen bekannter Persönlichkeiten wie Elon Musk, Mark Zuckerberg oder Pablo Picasso. Sie bewegen sich frei durch den Raum, verarbeiten ihre Umgebung mit KI und erzeugen daraus gedruckte Bilder, die kostenlos an Besucherinnen und Besucher verteilt werden. Die Arbeit greift Fragen nach Macht, Wahrnehmung und dem Einfluss digitaler Plattformen auf.
Beeple. Regular Animals. 29. April bis 10. Mai 2026, Neue Nationalgalerie. Potsdamer Straße 50, 10785 Berlin-Tiergarten. Besuch im unteren Foyer kostenfrei. www.smb.museum/ausstellungen/beeple-regular-animals.de
Sellerie Weekend 2026: Freie Kunstszene im Fokus
Parallel zum Berliner Gallery Weekend kehrt auch das Sellerie Weekend vom 1. bis 3. Mai 2026 zurück – und macht einmal mehr sichtbar, was die freie Kunstszene der Hauptstadt so besonders macht. Über 75 unabhängige Projekträume in ganz Berlin öffnen ihre Türen und präsentieren ein vielseitiges Programm aus Ausstellungen, Performances und experimentellen Formaten.
Bereits zum vierten Mal etabliert sich das Festival als feste Größe im Kunstkalender und als wichtige Plattform für nicht kommerzielle Kunsträume. Den Auftakt bildet am 30. April eine Performance-Nacht im Spoiler Aktionsraum, während Highlights wie die begehbare Installation bei Number 1 Main Road das Publikum aktiv ins Geschehen einbinden: 800 Kilogramm Kugellager verwandeln den Galerieraum in einen instabilen Untergrund, den Besucher in Holzschuhen vorsichtig durchqueren können.


