50 Galerien, über 80 Künstlerinnen: Wer vom ersten bis dritten Mai zum Gallery Weekend durch Berlin zieht, hat einiges vor sich. Da ist eine Stärkung zwischendurch oder im Anschluss essenziell.
Vor allem rund um die Galerien-Gegenden in der August-, Kant- und Potsdamer Straße bieten sich glücklicherweise genügend Gelegenheiten, um für eine Pause einzukehren. Wir stellen Ihnen die passenden Restaurants, Cafés und Bars vor, mit denen Sie Ihren Galerie-Bummel perfekt ergänzen.
1. Blätterteig und Sauerteig: Acid
Ob buttrige Croissants, aromatische Kardamom-Buns und Pain au Chocolat oder – für alle, die es herzhaft mögen – mit Comté oder Schinken belegte Sauerteigbrote: Bei Acid in Mitte wird alles frisch im Haus gebacken. Das ursprünglich aus Madrid stammende Eck-Café an der Rosenthaler Straße besticht durch seine warmen Terrakotta-Fliesen sowie die braun gefliesten Sitzbänke und hält für den Kunst-Marathon die perfekte Stärkung bereit.
Ein Highlight sind hier die monatlichen Specials: Im März etwa ein Bergamotte-Tartelette mit Meringue und im April ein luftiges Teilchen mit Zimt, getrockneten Feigen und Orangenmarmelade. Pünktlich zum Gallery Weekend wird auch das neue Mai-Special in der Auslage liegen.
Acid. Rosenthaler Str. 9, 10119 Berlin. Mo–Fr 8–19 Uhr, Sa und So 9–19 Uhr. www.instagram.com/acid.cafe/
2. Kai Bar Brasserie: Französisch-japanische Fusion

Vergangenes Wochenende hat die Kai Bar Brasserie in Mitte den mit Lichterketten bestückten Innenhof eröffnet, sodass man endlich wieder unter freiem Himmel sitzen kann. Die japanisch-französische Brasserie setzt auf ein entspanntes Sharing-Konzept. Zum Start locken Vorspeisen wie Crispy Rock Shrimps mit Honig-Mayo oder handgemachte Gyoza, ergänzt durch feines Tataki und Sashimi. Bei den Hauptgängen überzeugt die knusprige „Duck Miso“ mit Wildkräutersalat oder die „Truffle e Pepe Udon“ mit Pfifferlingen, Soja-Eigelb und Trüffel.
Kai Bar. Große Hamburger Straße 32, 10115 Berlin. Mo–Fr 12–23 Uhr, Sa–So 12–0 Uhr. www.kaibar.de
3. Cocktails mit Aussicht: Bar Clara
Nach dem Galeriebummel Lust auf einen Drink mit Weitblick? Seit März 2024 thront die Bar Clara in der markanten Dachkuppel des Fotografiska. Hoch über den Straßen von Mitte schweift der Blick hier ungehindert über das weite Berlin – die perfekte Kulisse für einen Digestif, zumal das Wetter am Wochenende dazu einlädt, die Sonne möglichst lange zu genießen.

Auf der Karte finden sich kreative Cocktails wie der „Tacheles 54“ mit Gin, Lychee und Rose oder der exzentrische „Margaroootz“, der mit Mezcal und Karotte überzeugt. Wer es klassischer mag, wählt den „Kylie Minogue“ mit Champagner.
Bar Clara im Fotografiska. Oranienburger Str. 56, 10117 Berlin. Di–Sa 18–1 Uhr. www.berlin.fotografiska.com
4. Kaffeepause im Plötz
Wer das Café Plötz in Schöneberg besucht, findet einen wunderbar ruhigen Rückzugsort. Die filigran gemusterten, grün-weißen Fliesen an den Wänden geben dem Laden eine sehr gemütliche, fast urige Atmosphäre. In der großen Glasvitrine werden die sorgfältig dekorierten Backwaren eindrucksvoll in gläsernen Schalen und Tortenplatten präsentiert.
Kulinarisch überzeugt das Café mit hausgemachten Teilchen wie dem Vanilla Pound Cake mit Lemon-Passion Fruit Curd, feinen Tartelettes mit Haselnuss-Praliné, Ganache und Himbeerpüree oder einem klassischen Rhabarber-Vanille-Plunder.
Plötz. Czeminskistraße 4, 10829 Berlin. Mo und Mi–Fr 8–18 Uhr, Sa–So 10–18 Uhr. www.instagram.com/ploetz.berlin
5. Für Feinschmecker: Irma la Douce
Ein Stück Paris an der Potsdamer Straße: Das sterngekrönte Irma la Douce zelebriert moderne französische Küche mitten in Berlin. Während man draußen auf klassischen Bistrostühlen das urbane Treiben beobachtet, sorgen im Inneren hohe Stuckdecken, antike Spiegel und eine imposante Weinwand für das Flair einer eleganten Grand Brasserie.

Aktuelles Highlight ist das Spargel-Menü: Auf grünen Spargel mit Sardelle und Eigelb folgt ein cremiges Spargel-Risotto mit Knochenmark, bevor als Hauptakt ausgebackenes Schwarzfederhuhn mit Sauce Mousseline und Kartoffelsalat glänzt. Den süßen Schlusspunkt setzen Rhabarber, Baiser und Granité.
Irma la Douce. Potsdamer Straße 102, 10785 Berlin. Di–Fr 12–14 Uhr und 18–23 Uhr, Sa 18–23 Uhr. www.irmaladouce.de
6. Zünftig bitte! Die Joseph-Roth-Diele
Einen bewussten Gegenpol zu feiner französischer Küche bildet die Joseph-Roth-Diele. Wie eine Szenerie aus einem alten Schwarz-Weiß-Film wirkt das Schöneberger Lokal mit seinen dunklen Holzvertäfelungen, Schachbrettfliesen und rot-weiß karierten Tischdecken. Gewidmet dem österreichischem Schriftsteller Joseph Roth, atmet die Diele eine urige, fast vergessene Gemütlichkeit. Serviert wird hier ehrliche deutsche Küche: Von Kartoffelsalat über klassisches Wiener Schnitzel bis hin zu Spätzle mit Rindergulasch findet man alles für eine deftige Stärkung nach einem Tag voller Kunst.
Joseph-Roth-Diele. Potsdamer Straße 75, 10785 Berlin. Di−Fr 10−22 Uhr. www.joseph-roth-diele.de
7. Durchatmen bei Aera
Etwas versteckt in einem Charlottenburger Hinterhof liegt das Aera. Drinnen sitzt man in dem Café mit den dunklen Wänden und Holzmöbeln gemütlich-zurückgezogen, draußen nimmt man entspannt zwischen efeubewachsenen Mauern Platz.
In der Auslage warten glutenfreie Zimtschnecken, Brownies, Galettes oder Cookies, die kein bisschen nach Verzicht schmecken – und vor allem nicht trocken sind, wie es bei glutenfreiem Gebäck oft der Vorwurf ist. Wer es lieber herzhaft mag, greift zum belegten Sauerteigbrot, dem Cheddar-Scone oder dem – wirklich sehr empfehlenswerten – Grilled Cheese mit einer Gewürzgurke.
Aera. Fasanenstraße 74, 10719 Berlin. Mo–So 9.30-18 Uhr. www.aerabread.com
8. Sushi bei Kuchi Kant
Einen Platz im 893 Ryōtei zu ergattern, ist ohne vorausschauende Planung fast unmöglich. Zum Glück hat Inhaber Duc Ngo – der Gastronom, der die Kantstraße im Alleingang zur kulinarischen Meile gemacht hat – nur zwei Minuten Fußweg entfernt eine weitere Top-Adresse: Das Kuchi Kant ist bereits seit 2002 eine Charlottenburger Institution, wurde allerdings 2024 renoviert und wirkt nun moderner denn je.
Im Mittelpunkt steht die riesige Auswahl an erstklassigem Sushi. Neben Nigiris, Maki und Sashimi werden aber auch Specials wie die knusprige Miso-Ente mit Unagi-Soße oder das Tempura Moriawase mit Garnelen, Weißfisch, grünem Spargel und Lotus serviert.


