Wilfried Kanga und seine neuen Fußballkollegen von Hertha BSC hatten am Montag trainingsfrei. Zeit für sich. Zeit für Berlin – und für ein Telefonat mit dem Kumpel vom 1. FC Union. Der Stürmer, der aus Bern verpflichtet worden war, hatte sich nach dem verlorenen Derby gegen Union an der Mittellinie mit seinem früheren Schweizer-Super-League-Mitspieler Jordan Siebatcheu unterhalten. Der läuft jetzt für Union auf.
Die zwei Angreifer, die vorige Saison noch beide das gelb-schwarze Trikot der Young Boys aus Bern getragen hatten, tauschten ihre neuen Leibchen. Siebatcheu bekam das dunkelblaue Auswärtstrikot von Hertha BSC. Kanga erhielt das rot-weiß-gestreifte Union-Shirt.
Sandro Schwarz mit Lob für Kanga und Ejuke
Der französische Angreifer hatte nach seiner Einwechslung in Köpenick für Lichtblicke in der insgesamt dämmrigen Darbietung des Hertha-Teams gesorgt. 34 Minuten blieben ihm, um sich zu zeigen. Und das tat er. Kanga, den die Kameraden in der Schweiz zuletzt „Willi“ riefen, belebte das Angriffsspiel der Hertha – und empfahl sich bei seinem Bundesliga-Debüt für einen Platz in der Startelf. „Wilfried Kanga ist sehr robust und gut in der Ballbehauptung. Willi ist voll im Saft“, sagte Trainer Sandro Schwarz über den 1,89 Meter großen Stürmer.
Herthas Sportchef Fredi Bobic hatte Größe, Geschwindigkeit, körperliche Präsenz sowie Kangas Zug zum Tor als Gründe genannt, weshalb der 24-Jährige zu der Art von Fußball passe, die Hertha künftig auf den Platz bringen wolle. Gegen den 1. FC Union erzielte Kanga zwar noch kein Tor, zeigte aber mit einer Chance und einer Vorlage in kurzer Zeit mehr Gefährlichkeit als Davie Selke in beinahe doppelt so vielen Minuten.
Neben Kanga erwies sich auch der eingewechselte Chidera Ejuke als Hoffnungsträger. Nach 47 Minuten im Pokal und 34 Minuten im Derby könnte seine Zeit als Joker zu Ende sein. Auch der Nigerianer, der von ZSKA Moskau ausgeliehen wurde, empfahl sich für Herthas Heimspiel gegen Frankfurt für die erste Elf. Denn auch er war auf dem linken Flügel aktiver und effektiver als Myziane Maolida. Seinen Trainingsrückstand sollte der 24-Jährige in dieser Woche aufgeholt haben. „Chidi bringt jede Trainingseinheit weiter. Ejuke ist ein Eins-gegen-eins-Spieler. Er hat gutes Tempo und guten Zug zum Tor“, sagte Trainer Schwarz.

