Viertelfinale gegen den SC Freiburg

Hertha BSC im DFB-Pokal: Fürs Halbfinale „muss ganz Berlin blau-weiß sein“

Hertha BSC geht als Außenseiter ins Viertelfinale des DFB-Pokals gegen den SC Freiburg. Doch gerade im Pokal erleben die Berliner oft besondere Momente.

Lässt er Hertha wieder träumen? Vor zwei Jahren schoss Fabian Reese Hertha BSC Berlin gegen den Hamburger SV ins DFB-Pokal-Viertelfinale.
Lässt er Hertha wieder träumen? Vor zwei Jahren schoss Fabian Reese Hertha BSC Berlin gegen den Hamburger SV ins DFB-Pokal-Viertelfinale.IMAGO/kolbert-press/Marc Niemeyer

Der Spielort ist das Freiburger Dreisamstadion. Der Sportklub hat Hertha BSC zu Gast und führt vor 4500 Zusehenden trotz Unterzahl mit 2:1 – bis zur 65. Spielminute. Eine Flanke von Linksaußen lässt den Ball in Richtung des zweiten Pfostens segeln, per Kopfballablage tropft er zu Theo Gries, der darauf bereits zu warten scheint. Gries dreht sich mit dem Rücken zum Tor, beobachtet den Ball und holt mit dem rechten Fuß aus, während er sich nach hinten fallen lässt. Er trifft den Ball und versenkt ihn per Fallrückzieher in den Winkel des Freiburger Tornetzes zum Ausgleich für seine Mannschaft.

Mario Basler legt das 3:2 nach und Ayjan Gezen erhöht vor dem Abpfiff der Partie noch auf 4:2 für die Gäste. Hertha gewinnt dieses Spiel, die zweite Runde des DFB-Pokals am 13. September 1992, und Gries’ Treffer zum 2:2 wird später zum Tor des Monats gewählt.

Für das „Rückspiel“ wechselt der Spielort ins Berliner Olympiastadion. Das findet aber erst in dieser Woche statt. Zum zweiten Mal überhaupt treffen am Dienstag (20.45 Uhr) der SC Freiburg und Hertha BSC im DFB-Pokal aufeinander, diesmal im Viertelfinale. Die alte Dame rechnet mit rund 55.000 Fans, die sich das Spiel vor Ort ansehen werden und sich ein kleines Berliner Fußballwunder ersehnen.

Das unerreichbare Finale in Berlin

Die Ausgangslage hat sich verändert. Vor bald 34 Jahren spielte Hertha, genau wie heute, in der 2. Bundesliga. Freiburg, damals ebenfalls Zweitligist, spielt mittlerweile regelmäßig im Europapokal und hat sich in dieser Saison ohne Probleme für das Achtelfinale der Europa League qualifiziert. „Ich hoffe, dass alle in Berlin wissen, dass wir der krasse Außenseiter sind“, sagte Stefan Leitl also nach dem jüngsten 3:0-Erfolg in der Liga beim SV Elversberg.

Trotzdem besteht die Hoffnung der Berliner Fans, dem Finale im eigenen Stadion einen Schritt entgegenzugehen. Seit 1985 findet das DFB-Pokalfinale im Olympiastadion Berlin statt, erst vergangene Woche wurde vom DFB verkündet, dass das erst einmal bis 2030 so bleiben wird.

Die Profis von Hertha BSC haben also noch mindestens bis dahin Zeit, das zu schaffen, was den Amateuren schon mal gelang. Während die Profis in der Saison 1992/93 nach dem Sieg gegen Freiburg im Achtelfinale an Bayer 04 Leverkusen scheiterten, erreichten die „Hertha-Bubis“ das Endspiel, unterlagen dort allerdings der Werkself.

Am Dienstag stehen nun die Profis zum sechsten Mal im Viertelfinale. Nur einmal ging das jedoch glücklich für sie aus: Vedad Ibišević traf 2016 gegen den 1. FC Heidenheim doppelt und führte Hertha ins Halbfinale, wo Borussia Dortmund jedoch die Träume der Berliner zerplatzen ließ.

Vor zwei Jahren startete die alte Dame ihren jüngsten Lauf im Wettbewerb, der seine eigenen Regeln schreibt. Fabian Reese hatte seine Mannschaft im Achtelfinale auf die Schultern genommen und den Hamburger Sportverein mit zwei Toren und einer Vorlage ins Elfmeterschießen gezwungen, wo der gebürtige Kieler natürlich auch noch den entscheidenden Elfmeter zum Weiterkommen verwandelte. Im Viertelfinale ging Hertha sogar als Favorit ins Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. Nach einer 1:3-Niederlage im eigenen Stadion mussten sich Reese und Co. trotzdem mit gesenkten Köpfen aus dem Pokal verabschieden.

Stefan Leitl nimmt Fans in die Pflicht

Wie läuft es dieses Jahr besser, trotz des Außenseiter-Status gegen die Badener? „Die Hütte muss brennen“, forderte Stefan Leitl auf der Pressekonferenz vor dem Duell. „Wenn wir eine Chance darauf haben wollen, in die nächste Runde einzuziehen, muss ganz Berlin blau-weiß sein.“ Immer wieder betonte der Trainer, wie sehr sich der ganze Verein auf das Pokalspiel freue. Entsprechend habe sich die Mannschaft vorbereitet, natürlich auch auf ein mögliches Elfmeterschießen. Denn klar ist für Leitl: „Wir wollen das Maximale herausholen.“