2. Bundesliga

Hertha BSC: Beim Sieg gegen den 1. FC Nürnberg gibt es immerhin einen Lichtblick

Wer nach dem 2:5 gegen den SC Paderborn auf eine Reaktion der Berliner wartet, fährt nicht zufrieden nach Hause. Aber wenigstens das Ergebnis stimmt diesmal.

Josip Brekalo war beim Sieg von Hertha BSC gegen den 1. FC Nürnberg der einzige Lichtblick der Berliner.
Josip Brekalo war beim Sieg von Hertha BSC gegen den 1. FC Nürnberg der einzige Lichtblick der Berliner.City-Press

Die Erkenntnis des Spiels gegen den 1. FC Nürnberg? Nun, da dürfte jeder Fan von Hertha BSC auf dem Heimweg noch eine Weile gegrübelt haben. Bei der Frage, ob sie die gewünschte Reaktion auf die Niederlage der Vorwoche gesehen haben, dürfte die Antwort schneller gefunden worden sein. Zwar konnten die Hertha-Anhänger nach einem 2:1 (1:1)-Sieg das Berliner Olympiastadion mal wieder mit einem Erfolgserlebnis verlassen. Wirklich überzeugend aber war auch dieser Auftritt nicht und zeigte viel mehr auf, warum das Thema Aufstieg in die Bundesliga für die Berliner in dieser Saison keines mehr ist.

Stefan Leitl wechselt die halbe Startelf von Hertha BSC

Aber es war zumindest eine ergebnistechnische Reaktion auf das 2:5 beim SC Paderborn. Dafür hatte Stefan Leitl die halbe Mannschaft ausgetauscht und das bereits zwei Tage vor dem Spiel gegen die Nürnberger angekündigt. Josip Brekalo und Jeremy Dudziak hatte der Cheftrainer bereits namentlich ins Gespräch gebracht, Niklas Kolbe und Kevin Sessa erhielten nach Wochen mit weniger Spielzeit ebenfalls mal eine Chance von Beginn an. Und: Dawid Kownacki rückte nach abgesessener Rot-Sperre ebenfalls zurück in die erste Elf.

Bei schönstem Frühlingswetter mussten dagegen Toni Leistner, Julian Eitschberger, Marten Winkler, Michael Cuisance und Luca Schuler erst einmal auf die Bank und den Kollegen bei der „Mission Wiedergutmachung“ von außen zuschauen.

Die Klatsche in Ostwestfalen hatte für allerlei Fragezeichen und Ernüchterung gesorgt, wie Geschäftsführer Peter Görlich vor dem Anpfiff am Mikrofon von TV-Sender Sky sagte. „Wir haben letzte Woche ein Spiel gemacht, das wir so nicht sehen möchten, so können wir nicht Fußball spielen. Wir möchten eine Reaktion sehen“, so Görlich. Den in dieser Saison angepeilten Aufstieg hatten Trainer und Spieler direkt nach der Pleite abgehakt, der Sportdirektor wollte das am Sonntag nicht ganz so konkret formulieren, sprach davon, dass man von den mittelfristigen Zielen nicht abgehen wolle.

Auf dem Weg zurück in die Bundesliga habe man Rückschläge einkalkuliert, so einen harten wie in Paderborn nicht, sagte Görlich. Mit Blick auf personelle Konsequenzen für Trainer Leitl oder Sportdirektor Benjamin Weber wollte sich der Geschäftsführer nicht an den Spekulationen der zurückliegenden Tage beteiligen: „An der einen oder anderen Stelle müssen wir nachjustieren, das möchte ich nicht an einer einzelnen Person festmachen. Nach einer solchen Niederlage können wir keine operative Hektik ausbrechen lassen.“

Görlich wusste aber auch, dass es dafür schon gegen Nürnberg ein sportlich anderes Ergebnis als in der Vorwoche brauchen würde. Um nicht in die Situation zu geraten, Veränderungen vornehmen zu müssen, weil die Ziele möglicherweise in der aktuellen Konstellation in Gefahr geraten würden. Ein Sieg würde beim Blick auf die Ergebnisse der Spitzenteams zwar keine Veränderung nach oben bedeuten, aber zumindest den Abwärtstrend beenden und zeigen, mit wem man in der neuen Saison den nächsten Anlauf in die Bundesliga nehmen soll.

In erster Linie konnte sich dabei der erst im Winter verpflichtete Brekalo abermals empfehlen. Bei der Niederlage in Paderborn hatte er nach seiner Einwechslung bereits seinen ersten Treffer vom Hertha-Trikot erzielt. Gegen Nürnberg erzielte er nun in der 20. Minute auf Vorlage von Dudziak das 1:0 und scheint damit auf einem guten Weg zu sein, sich für eine Verlängerung seines bis zum Sommer laufenden und mit einer Option für eine weitere Saison versehenen Vertrages empfohlen zu haben.

Abgezeichnet hatte sich die Führung nicht zwingend, Torgefahr konnten beide Teams bis zu diesem Zeitpunkt nicht entwickeln. Und das sollte sich auch nach dem 1:0 über lange Zeit nicht ändern. Weil die Berliner defensiv endlich mal wieder gut strukturiert standen und nichts zuließen. Und weil sie eben diesmal keinen Chancenwucher betrieben, sondern mit der einzigen Möglichkeit der ersten Hälfte den ersten, aber nicht den einzigen Treffer vor der Pause erzielten.

1. FC Nürnberg gleicht kurz vor der Halbzeit aus

Denn direkt vor dem Gang in die Kabine gab es dann doch diese eine Chance der Nürnberger nach einer Flanke von der rechten Seite. In der Mitte kam Tom Baack am Fünfmeterraum unbedrängt zum Kopfball und traf in der Nachspielzeit der ersten Hälfte zum 1:1. Peter Görlich, der seit seinem Start bei Hertha BSC immer wieder betont, dass er sich am Erfolg messen lassen würde, konnte also nur bedingt zufrieden sein.

Wer auf eine Besserung nach dem Seitenwechsel hoffte, wurde über weite Strecken enttäuscht. Erst in der Schlussphase vergab zunächst der eingewechselte Schuler die bis dahin einzige Chance. Besser machte es Josip Brekalo in der 88. Minute mit seinem Solo und seinem Schuss von der Strafraumkante zum 2:1-Sieg. Der Kroate war an diesem Tag ohne große Erkenntnisse wenigstens ein Lichtblick.